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Wirtschaft

Rasante Entwicklung im digitalen Ökosystem

Die Gründerszene verzeichnet in den vergangenen Jahren einen starken Zuwachs im Umfeld der Startup-Förderprogramme. Insbesondere Berlin baut sich hierbei ein respektables Image auf und avanciert zu Europas Startup-Hochburg. (Foto: reuters)

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Arbeiter / Praktikanten in einer Textilfabrik

Schon das Jahr 2013 lief ganz im Sinne der sogenannten Corporate Accelerators. Und das Jahr 2014 soll dem Ganzen noch einen draufsetzen. Gefühlt jede Woche eröffnete ein Unternehmen ein neues, eigenes Startup-Förderungsprogramm, so auch Venture Village. Die Angebote und die Unterschiede zwischen den einzelnen Programmen sind demnach vielfältig. Doch worum geht es hier, wenn man von Accelerator und Incubator in der Sprache der Startup-Nerds redet?

Die Bezeichnung Inkubator im Rahmen der Unternehmensgründung kommt ursprünglich aus der Medizin. Hier wird eine Art Brutkasten für Frühgeborene als Inkubator bezeichnet, der dafür sorgt, dass ein optimales Klima geschaffen wird, in dem die Neugeborenen in Ruhe heranwachsen können. Im übertragenen Sinne übernehmen Inkubatoren auch für Unternehmensgründer eine solche Funktion. Denn Inkubatoren stellen dem Startup eine Umgebung bereit, welche die optimalen Bedingungen erfüllt, um erfolgreich in das Geschäftsleben zu starten. Doch wie genau machen Inkubatoren dies?

Inkubatoren sind in dem meisten Fällen Einrichtungen oder Institutionen, die Unternehmer auf verschiedene Art und Weise auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit begleiten und dabei unterstützen. Inkubatoren bieten Existenzgründern im Rahmen einer Unternehmensgründung einen großen Vorteil. Diese so genannten „Gründerzentren“ unterstützen junge Unternehmen in den verschiedensten Bereichen. Dies fängt bei Beratung und Coaching an, geht über die Bereitstellung von Mietflächen oder ganzen Büroräumen und der Infrastrukturausstattung bis hin zu umfangreichen Service- und Dienstleistungspaketen, in deren Rahmen beispielsweise ein professioneller Business-Plan erstellt werden kann.

Geld fließt auf Umwegen wieder zurück

Inkubatoren oder Gründungszentren fördern damit gezielt Unternehmensgründungen und deren Wachstumschancen. Durchschnittlich haben durch Inkubatoren gestützte Unternehmen dadurch eine deutliche höhere Überlebensrate, die bis zu circa 85 Prozent erreichen kann. Die Finanzierung erfolgt als Wirtschaftsförderungsmaßnahme durch den Steuerzahler oder durch Verbände und die Privatwirtschaft selbst, wobei die Gelder dann indirekt nach einer Etablierung des geförderten Unternehmens zurückfließen.

Die meisten Startups werden in der noch durchaus schnelllebigen Digitalbranche getätigt. Und gerade weil in diesem Sektor schnell mal ein gutes Projekt in die Hose gehen kann, weil das Umfeld schlichtweg nicht funktioniert hatte, entschied man sich nun gezielt für maßgeschneiderte Startup-Förderprogramme. Eine funktionierende Wirtschaft kann langfristig nur von ihren Innovationen und der Erschließung neuer Marktfelder leben. Zudem ist die Förderung neuer aufgehender Sterne nicht ganz unlukrativ.

Auch die Europäische Union treibt durch die von der EU-Kommissarin Neelie Kroes eingeführte Digitalen Agenda die Gründung von ICT- und Web-Unternehmen in Europa voran. Angebunden an diese Initiative sind mitunter Startup Europe, der Startup Leaders‘ Club, das Crowdfunding Network und die Accelerator Assembly.

Eurozone mit höheren Konjunkturerwartungen

Diese gewinnen an Bedeutung, zumal die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) dem Jahr 2014 mit Optimismus entgegen sehen. Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind gestiegen. Die Weltbank spricht sogar von der Überwindung der globalen Finanzkrise und einer Erholung der Weltwirtschaft. Die ZEW bescheinigt Deutschlands konjunktureller Lage eine deutliche Verbesserung.

Business Modelle können schnell scheitern und Startups haben im Allgemeinen eine hohe Ausfallquote. Aus diesem Grund wird nicht ausschließlich in Startup-Funding-Programme, sondern in ganze Company-Builder-Projekte investiert. Deutschland will seine Vorreiterrolle weiter ausbauen synonym für diesen Aufstiegswillen steht die rasante Entwicklung im digitalen Ökosystem. Die Höhe der monetären Unterstützung ist für viele Startups nicht das Hauptaugenmerk bei der Auswahl eines Förderprogramms. Denn besonders die Kontakte zu erfahrenen Gründern, das Netzwerk und die Unterstützung durch die bereitgestellten Mentoren sind Jungunternehmern wichtig, um die eigenen Perspektiven und Ansätze im Entrepreneurship zu erweitern.

Doch nicht nur der Staat ist mit von der Partie, auch Konzerne sehen das große Potenzial in den Ideen der Kreativen. Verpassen möchte man nichts. Mit Corporate Incubation ist heute ein entscheidender Wachstumstreiber großer Firmen herangewachsen. Bei erfolgreicher Integration des Bestandteils in die Innovationsstrategie winkt eine hohe Investitionsrendite. Durch die Verzahnung von Incubation Programs innerhalb der Unternehmensstrategie können Geschäftsfelder erweitert werden. Neben der Akquise von Technologie wird die Vermarktung ungenutzten Wissens und bestehender Technologien genutzt, um die Nachfrage zu stabilisieren und das Image und die Attraktivität für Kunden aufzupolieren. Kein Wunder also, dass solche Programme wie Pilze aus dem Boden schießen.