Vermisste Türken in syrischem Gefängnis?

Den Angaben eines freigekommenen syrischen Insassen zufolge, der wegen Spionagevorwurfs im Gefängnis saß, befinden sich unter den Häftlingen in syrischen Gefängnissen auch Türken, die in ihrem Heimatland als vermisst gelten. Türkische Staatsbürger, die als Händler oder Touristen nach Syrien gereist waren, wurden vom Militär des Esadregimes aufgrund von Spionagebeschuldigungen festgenommen. Laut Mohammed Esaze, der wegen Spionagevorwurfs 11 Monate und 10 Tage im Gefängnis verbringen musste, befinden sich zur Zeit 25 Türken wegen Spionagevorwurfs im syrischen Gefängnis. Die türkischen Insassen, unter denen manche gefoltert werden, warten auf ihren Gerichtstermin, berichtete Esaze der Cihan -Nachrichtenagentur. Er selbst wurde zuerst in das Gefängnis von Damaskus und danach in die Haftanstalt von Aleppo gebracht. Mit weiteren 25 Häftlingen, unter denen sich auch Bürger aus der ganzen Welt befinden, musste er 11 Monate und 10 Tage im Gefängnis verbringen.

Viele Angehörige der türkischen Insassen wissen gar nicht, dass ihre vermissten Familienmitglieder gefangen genommen worden seien, vermutet Esaze. Zwei seiner Zellkameraden hatten ihn gebeten, Nachrichten über ihr Befinden an ihre Familien in der Türkei zu überbringen. Der Geschäftsmann Vakkas Orhan (61) hofft auf Hilfe der türkischen Regierung. „Dann gibt es noch Mustafa aus Urfa. Ihm geht es nicht gut. Im Gefängnis werden manche gefoltert“, berichtete Esaze.

Im Gefängnis von Aleppo befänden sich noch weitere Türken, unter ihnen gäbe es einige, die sich bereits seit über 11 Monate in Haft befinden und noch keinem Gericht vorgeführt wurden. Fast allen türkischen Insassen wird Spionage vorgeworfen.