Kerzen, Blumen, Stofftiere und Bilder der getöteten Kinder Elias und Mohamed stehen am 02.11.2015 zur Erinnerung an der Auffahrt zum Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) in Berlin. Ein tatverdächtiger 32 Jahre alter Mann befindet sich wegen der beiden Morde in Untersuchungshaft.

Der Mann, der die kleinen Jungen Muhammad und Elias umgebracht haben soll, sitzt von Dienstag an auf der Anklagebank. Muhammads Mutter sagt, das getötete Kind erscheine ihr in ihren Träumen.

Die Mutter des getöteten Muhammad fürchtet sich vor dem ersten Treffen mit dem mutmaßlichen Mörder ihres Kindes im Gerichtssaal. „Ich habe Angst, ohnmächtig zu werden“, sagte die Frau der „Bild“-Zeitung (Montag). Der Prozess gegen den Angeklagten Silvio S. beginnt an diesem Dienstag am Landgericht Potsdam. Der 33-Jährige soll nicht nur den vierjährigen Flüchtlingsjungen Muhammad aus Berlin, sondern auch den sechsjährigen Elias aus Potsdam umgebracht haben.

Beide hatte er laut Anklage entführt, um sie zu missbrauchen. An Muhammad soll Silvio S. sich vergangen haben, bei Elias soll er es versucht haben. Muhammads Mutter sagte, ihr Sohn erscheine ihr im Traum: „Es ist seltsam, denn da ist er zwölf Jahre alt und weint nach mir.“ Über den Angeklagten sagt sie: „Er soll im Gefängnis sterben.“

Mutter erkannte Mörder auf Fahndungsbildern

Der Prozess wird unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geführt. Die Staatsanwaltschaft wirft Silvio S. zweifachen Mord vor. Zudem ist er unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs angeklagt.

Die Polizei hatte Silvio S. Ende Oktober gefasst. Seine Mutter hatte ihn auf Fahndungsbildern erkannt und die Polizei gerufen. Silvio S. gab zu, Muhammad entführt und getötet zu haben. Er habe das Kind missbraucht und erdrosselt, sagte er Ermittlern. Muhammad wurde tot in einer Wanne in einem Auto gefunden. Der Angeklagte soll Katzenstreu über den kleinen Leichnam geschüttet haben.

Kurz darauf gab Silvio S. überraschend auch den Mord an Elias zu. Die Polizei fand die Leiche des Sechsjährigen im Schrebergarten des Mannes. Silvio S. soll nach Erkenntnissen der Ermittler vor den Verbrechen den Kindesmissbrauch an einer Puppe geübt haben.