Adrasan – eine eher unbekannte Bucht in der türkischen Touristenregion Antalya. Adrasan liegt etwa 90 Kilometer von der Innenstadt Antalyas entfernt. Unter Touristen gilt dieses Dorf als Insidertipp. Insbesondere englische Touristen kommen gerne hierher. Der Grund: Die Hotels fallen klein und familiär aus, es gibt keinen Massentourismus. Motels und Pensionen sind in der Überzahl. Auch relativ bekannt sind hier die sogenannten Baumhäuser von Kadir (Kadir’in ağaç evleri). Das alles ist auch der Grund für die sauberen und malerischen Strände. Ebenfalls sind hier Spaziergänge durch Orangenplantagen und auch das Trekking in den idyllischen Bergen zu empfehlen. Kurz gefasst: Adrasan ist einer der schönsten Orte von Antalya.

Dieser Tage hört man aus Adrasan allerdings nur schlechte Nachrichten. Noch vor wenigen Tagen war in der Nähe, in Kumluca, ein Waldbrand ausgebrochen. Am Sonntag nun traf es auch Adrasan selbst. Von den idyllischen Bergen stiegen Flammen empor. Die kleinen Motels und Pensionen mussten evakuiert werden. Die wenigen Dorfbewohner verloren bei diesem Brand ihr Hab und Gut. So etwa Naciye Üras. Sie verlor nach eigenen Angaben bei diesem Brand sowohl ihr Haus als auch ihr gesamtes Vermögen. Ali Üras beschwert sich über die Einsatzkräfte. Man hätte viel schneller eingreifen können, so Üras. Er stehe nun lediglich mit seinen Klamotten da, ansonsten habe er nichts mehr.

Veraltete Stromleitungen als Brandursache

Insgesamt 150 Hektar Wald wurden durch den Brand vernichtet. Jetzt will Hüsamettin Çetinkaya (AKP), Bürgermeister von Kumluca, zu dem Adrasan verwalterisch gehört, denjenigen, deren Häuser durch den Brand vernichtet wurde, vorübergehend Container-Wohnungen zur Verfügung stellen.

Waldbrände sind in der Türkei keine Seltenheit. Fast jährlich brennen in Touristenregionen Wälder. Gründe hierfür sind unterschiedlich. Zum einen spielt dabei die große Hitze eine Rolle. Gepaart mit der mangelnden Vor- und Umsicht von Picknickern stellt sie eine große Gefahr da. Es kommt oft vor, dass die Grillkohle nicht vollständig mit Wasser gelöscht wird. Hin und wieder richten leider auch Zigaretten Unheil an. Aber auch die Stromversorger können solche Brände auslösen. In der Region Adrasan-Kumluca beispielweise beklagen sich Anwohner über die alten Stromleitungen. Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu, der selbst aus Antalya stammt, versprach den Anwohnern, sehr bald neue Stromleitungen zu verlegen.

„Oğlum bari ingilizce yapmayın şu yalan işini ya“

Die pro-kurdische HDP versuchte hingegen aus den Waldbränden Profit für das eigene politische Interesse zu schlagen. Auf ihrem englischsprachigen Twitter-Account teilte die HDP Fotos aus Adrasan und behauptete, dass das türkische Militär absichtlich Feuer in den kurdischen Regionen gelegt hätte, um die Dörfer zu evakuieren. Als Follower sich über diese falsche Information beklagten, musste sich die HDP für diesen Fehler entschuldigen. Gelöscht wurde der irreführende Tweet bis jetzt noch nicht.

Waldbrand Kumluca


Was hat die HDP mit Adrasan zu tun?