Nach dem Anschlag in der Stadt Suruç hat US-Präsident Barack Obama mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan telefoniert. Bei dem Gespräch am Mittwoch sei es um eine Vertiefung der Zusammenarbeit im Kampf gegen die Terrormiliz IS sowie um gemeinsame Anstrengungen gegangen, Sicherheit und Stabilität des Iraks zu gewährleisten und den Syrien-Konflikt zu lösen, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses laut Mitteilung. Obama und Erdoğan wollten bei diesen regionalen Themen weiterhin eng zusammenarbeiten.

Auch die Presse spricht sich für ein stärkeres Engagement der Türkei im Kampf gegen die Terrormiliz aus. „Der IS scheut offenbar nicht mehr vor blutigen Anschlägen in der Türkei zurück, also muss Ankara stärker gegen die Terrororganisation vorgehen. Zugleich spürt die Regierung den heißen Atem des bewaffneten Teils der kurdischen PKK im Nacken. Dieser große Gegner des IS hat nach dem Anschlag in Suruç zwei türkische Polizisten getötet“, schreibt die niederländische Zeitung „De Telegraaf.“ Ähnlich sieht es die „Neue Westfälische“: „Die Türkei kommt um eine klare Positionierung im Kampf gegen die IS-Terrormiliz nicht mehr herum.“

Auch innerhalb der Türkei wächst der Druck auf Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und die AKP-Regierung. Immer wieder gibt es in dem Land Proteste wegen des verheerenden Anschlags. Am Dienstag hatten die Behörden den Zugang zum Kurzmitteilungsdienst Twitter gesperrt. Auch der Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook war teilweise eingeschränkt.

Ein Gericht in Suruç habe die Sperre angeordnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Grund seien Bilder und weitere Inhalte, die auf den sozialen Medien über den Anschlag verbreitet wurden.

Bei dem Anschlag am Montag nahe der syrischen Grenze waren 32 Menschen getötet und etwa Hundert Menschen verletzt worden. Im Anschluss daran wurden zwei Polizisten in Şanlıurfa ermordet. Dazu hatte sich die Terroraktion PKK bekannt. Bei der Tat handele es sich um eine Vergeltung für den Anschlag im nahe gelegenen Suruç, hieß es in einer Erklärung der PKK. Mehr zu den Folgen des Terroranschlags lesen Sie hier. (dtj/dpa)