Zwei Frauen, die der muslimischen Minderheit der Rohingyas angehören, baden am 30.08.2017 in einem Flüchtlingslager in Coxs Bazar (Bangladesch) ein einwöchiges Baby. Die jüngste Gewalt in der Unruheregion Rakhine in Myanmar hat womöglich Zehntausende Menschen in die Flucht getrieben. Rund 18 000 muslimische Rohingya seien nach Schätzungen bereits über die Grenze nach Bangladesch gekommen, sagte eine Mitarbeitern der Internationalen Organisation für Migration (IOM). Foto: Mushfiq Alam/AP/dpa

Vor dem Beginn von Umsiedelungen von Rohingya zurück nach Myanmar hat die Weltbank mehr Unterstützung für die Flüchtlinge in Bangladesch gefordert. Das Ausmaß des Zustroms von Flüchtlingen sei enorm, sagte die für Südasien zuständige Weltbank-Vizepräsidentin Annette Dixon bei einem Besuch in Flüchtlingslagern im Südosten von Bangladesch am Samstag. Dadurch wachse der Druck auf Infrastruktur-Einrichtungen, Wasservorräte und die Umwelt. Sie versprach mehr Unterstützung durch die Weltbank, sollte Bangladesch dies verlangen.

Seit Ende August sind nach UN-Angaben mehr als 640 000 muslimische Rohingya aufgrund des brutalen Vorgehens des myanmarischen Militärs in das benachbarte Bangladesch geflohen. Myanmars Regierung will die Flüchtlinge innerhalb von zwei Jahren wieder ins Land holen und hatte im November eine Vereinbarung dazu mit dem Nachbarland Bangladesch getroffen. Die ersten Rückführungen sollen Anfang der Woche beginnen.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Said Raad al-Hussein, hatte die Vertreibungen als ethnische Säuberungen bezeichnet. Myanmars Bevölkerung ist mehrheitlich buddhistisch. Die Flüchtlinge sagen, sie wollten nur zurückkehren, wenn Myanmar sie als Staatsbürger anerkenne. Dies verweigert ihnen das ehemalige Birma seit Jahrzehnten. Menschenrechts- und Hilfsorganisationen warnen vor einer verfrühten, unfreiwilligen Rückkehr ohne Sicherheitsgarantien.

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dpa/dtj