„Wer jetzt in Kenia investiert, ist fast konkurrenzlos“

Der Unternehmerverband BUV hat bundesweit eine Seminarreihe über das ostafrikanische Kenia durchgeführt. Der Vorsitzende des Verbandes, Osman Kımıl, sagte, das Land mit seinen fast 40 Millionen Einwohnern sei sehr gut in die globalen Märkte integriert und eröffne somit die Chance auf große Gewinnmargen.

Kımıl forderte die Unternehmer auf, selbst nach Kenia zu reisen, um sich ein eigenes Bild von dem Land zu machen und fügte hinzu: „Wir haben Kenia als ein wichtiges Zielland für unsere Mitglieder klassifiziert, weil das Land uns mannigfaltige neue Möglichkeiten bietet und wir vor allem gute Kontakte zu Unternehmerverbänden im Land haben. Wer sich jetzt für Investitionen in Kenia entscheidet, ist in den meisten Bereichen noch so gut wie konkurrenzlos, weil das Land noch völlig unerschlossen ist.“

An der kürzlich abgehaltenen Veranstaltung in Berlin haben auch Geschäftsleute aus Kenia, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, teilgenommen. Insgesamt veranstaltet der Unternehmerverband bundesweit sieben Informationsveranstaltungen über Kenia. Für April ist dann eine offizielle Geschäftsreise nach Kenia geplant.

Wer das Land kennt, wird Erfolg haben

Der Generalsekretär des BUV, Önder Kurt, unterstrich indessen in einem Redebeitrag, dass Afrika insgesamt für den deutschen Außenhandel zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Verband wolle als solcher und zum Wohle seiner Mitglieder von dieser Entwicklung profitieren und sie weiter voranbringen.

Ahmet Ökmen von der Kenya Businessmen‘s Association betonte, dass das Land sich in den letzten Jahren zum Finanz-, Kommunikations- und Logistikzentrum in Ostafrika entwickelt habe. Er sagte: „Das Land ist anders als der nach außen hin vermittelte Eindruck vermuten ließe. Es hat eine Infrastruktur, das jegliche Investitionen ermöglicht, nur muss man das Land gut kennen.“

Es gäbe nach Auffassung Ökmens gleich mehrere gute Gründe, um in Kenia zu investieren: So ist das Land Mitglied in mehreren regionalen Handelsblöcken, so etwa der East African Community (EAC) und der COMESA (Gemeinsamer Markt für das Östliche und Südliche Afrika). Auf diese Weise eröffnet sich den Investoren der Zugang zu Märkten, die eine Fläche aufweisen, die größer als China ist und eine höhere Bevölkerungszahl die USA.

Darüber hinaus bietet das Land eine hervorragende Verbindung zu großen und global angebundenen Märkten. Nairobi profitiert davon, dass es sich zu einer Verkehrsdrehscheibe zwischen Ost- und Zentralafrika entwickelt hat. Der Hafen von Mombasa ist der wichtigste Tiefwasserhafen in der Region, der mehr als ein Dutzend Ländern versorgt.

Privilegierter Export in EU und USA

Was außerdem nicht vergessen werden sollte, ist, dass Investoren in Kenia dank der Mitgliedschaft des Landes in der AGOA (African Growth and Opportunity Act) und der AKP-Gruppe (Gruppe der afrikanischen, karibischen und pazifischen Staaten) eine Teilhabe am privilegierten Zugang des kenianischen Exports in die Vereinigten Staaten und die Europäische Union möglich ist.

Darüber hinaus bietet Kenia ein attraktives und umfassendes Paket von Anreizen für Investoren, eine sehr hilfreiche Gesetzgebung, die den Investoren ein sogenanntes „One-Stop-Shopping“ erlaubt (die notwendige Lizenz und Arbeitserlaubnis können gemeinsam bei der Kenya Investment Authority von neuen Investoren beantragt werden) sowie starke und kooperative Beziehungen zwischen der Regierung, dem Privatsektor und Entwicklungspartnern.

Für einen Produktionsstandort im östlichen Afrika verfügt Kenia über eine relativ gut entwickelte Infrastruktur. Die Nairobi Stock Exchange (NSE) ist die am weitesten entwickelte Börse in Ost- und Zentralafrika. Vor allem aber können Unternehmer auf gut ausgebildete und qualifizierte Arbeitskräfte zählen.

Zu den Bereichen, die am meisten an Investitionsmöglichkeiten in Kenia bieten, zählen unter anderem die Energie, einschließlich Erneuerbarer Energien, die Verkehrswirtschaft (Eisenbahn, Straßenverkehr, Schifffahrt), das Baugewerbe, die Fischerei, das Bankgewerbe und Versicherungswesen, die Kommunikation sowie die Land- und Viehwirtschaft. Nicht außer Acht lassen sollte man auch den Reichtum an Bodenschätzen, über den das Land verfügt.