Archivfoto: Fußball-Weltmeister Jérôme Boateng ist bekannt für sein zivilgesellschaftliches Engagement. Das Foto aus dem Jahr 2015 zeigt ihn beim Besuch von an Leukämie erkrankten Kindern. Foto: DPA

Bayern Münchens Abwehr-Routinier Jérôme Boateng hat für das Jahr 2021 ein Projekt im Kampf gegen Rassismus angekündigt. Menschen sollen „Kante zeigen“.

„Ich werde im nächsten Jahr etwas ins Leben rufen. Darüber kann ich noch keine detaillierten Auskünfte geben, aber es ist definitiv etwas in Planung“, erzählte der 32-Jährige in einem Interview von „Spox“ und „Goal“. Der Fußballer forderte Stars und Sportler auf, sich Fremdenhass entgegenzustellen.

„Wir stehen in der Öffentlichkeit und werden deshalb mehr wahrgenommen als Menschen, die weniger bekannt sind. Aber alle Menschen sollten Kante zeigen und sich gegen Rassismus positionieren“, meinte der frühere deutsche Nationalspieler. Als einer von wenigen war er 2018 rund um den Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft dem rassistisch beleidigten Spielmacher öffentlich zur Seite gesprungen.

Boateng versteht Kritik an sozialem und politischem Engagement nicht

Der Weltmeister von 2014 ist schon seit Jahren etwa in den Sozialen Medien aktiv und unterstützte die Black-Lives-Matter-Bewegung in den USA. Er sehe sich „in der Pflicht, für Gerechtigkeit einzutreten. Das betrifft auch nicht nur Schwarze, es geht mir um Diskriminierung in jeder Form. Das ist nie zu tolerieren“, sagte der Familienvater.

Leuten, die Athleten für deren soziales und politisches Engagement kritisieren, entgegnete Boateng: „Auch wir Sportler haben unsere Meinung und die sollte gehört werden. Ich würde mich nicht zu Themen äußern, von denen ich keine Ahnung habe. Aber zu Angelegenheiten, mit denen ich mich befasse oder die mich sogar direkt betreffen, beziehe ich Stellung. Das ist bei Rassismus der Fall.“

Der Fußball-Weltmeister verlässt Bayern München zum Saisonende, sein auslaufender Vertrag wird nicht verlängert. Wohin es ihn hinzieht, ist noch offen.

dpa/dtj