britische Regierungschefin Theresa May und türkischer Präsident Recep Tayyip Erdogan

Nach Gesprächen der britischen Premierministerin Theresa May mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Ministerpräsident Binali Yıldırım in Ankara haben Unternehmen beider Länder ein Rüstungsabkommen geschlossen. Dabei gehe es um die gemeinsame Entwicklung von Kampfflugzeugen, sagte May am Wochenende bei einer Pressekonferenz. Das britische Unternehmen BAE Systems und Turkish Aerospace Industries hätten eine Übereinkunft über mehr als 100 Million Pfund (117 Millionen Euro bzw. 477 Millionen Türkische Lira) unterzeichnet. Künftig solle das türkische Rüstungsprojekt TF-X, die erste Kampfjetentwicklung der Türkei, gemeinsam vorangetrieben werden.

„Das ist mehr als nur ein Handelsabkommen. Es ist der Beginn einer tiefgreifenden Verteidigungspartnerschaft“, sagte May bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Yıldırım. Ziel des ersten Besuchs der britischen Regierungschefin in der Türkei war vor allem die Intensivierung der Handelsbeziehungen. Angesichts des beabsichtigten Austritts Großbritanniens aus der EU und dem europäischen Binnenmarkt ist Großbritannien auf neue Handelspartner angewiesen. Erdoğan sagte, das Handelsvolumen zwischen beiden Ländern solle von 15,6 Milliarden US-Dollar auf 20 Milliarden US-Dollar anwachsen.

Am Freitag war May als erste ausländische Regierungschefin vom neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington empfangen worden. Von dort flog sie nach Ankara. Mit dem türkischen Staatschef besprach sie nach eigenen Angaben neben den Handelsbeziehungen beider Länder auch Themen wie die gemeinsame Sicherheitspolitik, den Bürgerkrieg in Syrien und die Bemühungen um eine Wiedervereinigung der geteilten Mittelmeerinsel Zypern.

Menschenrechtler hatten May aufgefordert, Repressionen in der Türkei und die Verhaftungswelle nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 anzusprechen. Dazu sagte sie, die Türkei müsse wie zugesichert die Mitte Juli gegen die Putschisten verteidigte „Demokratie durch die Beachtung der Rechtsstaatlichkeit und der internationalen Menschenrechte“ bewahren. (dpa/ dtj)