Bei verschiedenen Noteinsätzen im Mittelmeer sind am Wochenende mehr als 4300 Flüchtlinge gerettet worden. Gleichzeitig kenterten mehrere Flüchtlingsboote – zahlreiche Insassen gelten als vermisst, mehr als ein Dutzend kamen ums Leben. Unter den Toten sind auch Kinder.

Beim größten von insgesamt 20 Rettungseinsätzen in den Gewässern vor Libyen wurden 1137 Menschen von zwei überfüllten Schiffen in Sicherheit gebracht, wie die italienische Küstenwache mitteilte. Auch eine Frauenleiche wurde geborgen.

Wie eine dpa-Reporterin an Bord der Bundeswehr-Fregatte „Schleswig-Holstein“ beobachtete, wurden in einem fast zwölfstündigen Einsatz 389 Flüchtlinge von einem Holzboot und einem Schlauchboot gerettet. Zusätzlich nahmen die deutschen Soldaten 378 Flüchtlinge an Bord, die zuvor von der britischen Marine gerettet worden waren.

Mit 767 Menschen nahm die „Schleswig-Holstein“ so viele Flüchtlinge an einem Tag auf wie nie zuvor während ihres Einsatzes, wie ein Sprecher an Bord sagte. Die meisten der Menschen stammten aus dem Sudan sowie aus Eritrea, Somalia und Syrien.

Auch an der türkischen Küste und in der Ägäis spielten sich am Wochenende wieder dramatische Szenen ab: So rammte am Sonntag ein Handelsschiff vor dem westtürkischen Çanakkale ein Schlauchboot mit Flüchtlingen. Mindestens 13 Menschen ertranken, das Schlauchboot sank, wie die türkische Küstenwache mitteilte. 20 Menschen wurden gerettet. Unter den Toten sollen vier Kinder sein.

Nach dem Untergang zweier Flüchtlingsboote in der griechischen Ägäis werden knapp 40 Menschen vermisst. Am Samstag kam ein fünfjähriges Kind in den Fluten ums Leben, nach unbestätigten Berichten lokaler grieschischer Nachrichtensender handelt es sich um ein Mädchen. Die Ägäis ist eine der Routen, über die Flüchtlinge nach Europa kommen, in dem Fall aus der Türkei.

Auf der anderen Route von Libyen über das Mittelmeer nach Italien kamen seit Jahresbeginn nach Zählung der Internationalen Organisation für Migration mehr als 2600 Menschen ums Leben. Mehr als 120 000 schafften es demnach bis an die Küste des südlichen EU-Mitgliedstaats. (dtj/dpa)