Die türkische und deutsche Flagge nebeneinander. 2014 werden Deutschland und die Türkei gemeinsam ein Deutsch-Türkisches Jahr der Forschung, Bildung und Innovation feiern.
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Im kommenden Jahr wird ein neues Kapitel der historischen deutsch-türkischen Beziehungen aufgeschlagen. Die Erfolge der Türkei in Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung machten das Brückenland zwischen Ost und West zu einem bedeutsamen und interessanten Kooperationspartner für Deutschland.

2014 werden Deutschland und die Türkei gemeinsam ein Deutsch-Türkisches Jahr der Forschung, Bildung und Innovation feiern. Das gaben Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und ihr türkischer Amtskollege Nihat Ergün, Minister für Wissenschaft, Industrie und Technologie, am Sonntag bekannt. Ziel des Wissenschaftsjahrs sei es, die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zu unterstreichen und noch weiter auszubauen.

„Die zahlreichen und vielfältigen Kooperationen im Bereich der Wissenschaft machen die Türkei zu einem interessanten Partner“, sagte Ministerin Wanka. „Auch wegen der Brückenfunktion der Türkei als Bindeglied zwischen Europa und Asien sowie der vielen aus der Türkei stammenden Menschen in Deutschland ist dieses Wissenschaftsjahr ein Gewinn für beide Länder.“

Das Deutsch-Türkische Jahr der Forschung, Bildung und Innovation 2014 mit dem Motto „Science Bridging Nations“ ist eine gemeinsame Initiative des BMBF und des türkischen Ministeriums für Wissenschaft, Industrie und Technologie. Die feierliche Auftaktveranstaltung wird am 23. Januar 2014 in Berlin stattfinden. Der türkische Wissenschaftsminister Nihat Ergün wird zu Gast sein. Im Laufe des Jahres wird es zahlreiche Veranstaltungen in beiden Ländern geben.

Intensivierung der Nachwuchszusammenarbeit

Zu den Zielen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres gehört es, die Vielfalt und Exzellenz der deutsch-türkischen Aktivitäten in Forschung, Bildung und Innovation sichtbarer zu machen, neue Partnerschaften zu initiieren und das gemeinsame Innovationspotenzial stärker zu nutzen. Dabei soll besonders der Nachwuchs beider Länder für die qualitative Intensivierung der Zusammenarbeit gewonnen werden.

Die Wissenschaftsbeziehungen zur Türkei bestehen bereits seit 1951. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat eine Vielzahl bilateraler Forschungsprojekte sowie den Austausch von Wissenschaftlern gefördert. Zu den Flaggschiffen der Kooperation gehört die Türkisch-Deutsche Universität in Istanbul, die in diesem Wintersemester 2013/14 die ersten Studierenden aufgenommen hat. Auch die Gründung des Forschungszentrums „German-Turkish Advanced Research Centre for Information and Communication Technologies“ (GT-ARC) in Berlin und Istanbul ist ein Beispiel dafür, dass die deutsch-türkische Kooperation besonders in der anwendungsnahen Forschung ein großes Potenzial hat.

Besondere Schwerpunkte sollen in den Bereichen der Informations- und Kommunikationstechnologien, der Nano- und Biotechnologie liegen. Außerdem stehen die Herausforderungen des globalen Wandels und die Geistes- und Sozialwissenschaften im Fokus des Jahres.

Die bisherigen Wissenschaftsjahre des BMBF

Es handelt sich bereits das siebte Wissenschaftsjahr, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung organisiert. Folgende Internationale Wissenschaftsjahre haben bereits stattgefunden: Das Deutsch-Ägyptische Jahr der Wissenschaft und Technologie 2007 – „Linking Scientific Masterminds“; das Deutsch-Israelische Jahr der Wissenschaft und Technologie 2008 – „Science as Diplomacy of Trust“; das Deutsch-Chinesische Jahr der Wissenschaft und Bildung 2009/2010 – „Zusammen auf dem Weg des Wissens“; das Deutsch-Brasilianische Jahr der Wissenschaft, Technologie und Innovation 2010/11 – „nachhaltig:innovativ“; das Deutsch-Russische Jahr der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12 – „Partnerschaft der Ideen“ und das Deutsch-Südafrikanische Wissenschaftsjahr 2012/2013 unter dem Motto „Forschungspartnerschaften stärken für Innovation und nachhaltige Entwicklung“.