Die Spieler der algerischen Fußball-Nationalmannschaft, die am heutigen Montagabend im Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft in Porto Alegre gegen Deutschland antreten wird, wurden vom Fasten freigestellt. Dies berichtet die Daily Mail.

Ein Reiseimam, der im Vorfeld der Weltmeisterschaft eingestellt wurde, um die Mannschaft geistlich vor Ort zu begleiten, habe der Mannschaft die Erlaubnis erteilt, nicht zu fasten, wie es während der 30 Tage des Ramadan für praktizierende Muslime vorgeschrieben wäre.

Wie Trainer Vahid Halilhodzic betont, erarbeiten die Spieler mithilfe des Reiseimams einen Tagesplan, der es sicherstellt, dass sie physisch nicht leiden müssen.

Algerien hat erstmals in der Geschichte die Vorrunde einer Fußball-Weltmeisterschaft überstanden und steht nun vor dem dritten Aufeinandertreffen mit Deutschland überhaupt. Beide bisherige Spiele gewannen die Nordafrikaner, 1964 in einem Freundschaftsspiel mit 2:0 und 1982 in der Vorrunde der Fußball-WM in Spanien mit 2:1. Damals schieden die Algerier in der Vorrunde aus, nachdem Österreich und Deutschland in einem Skandalspiel in Gijón nach dem 0:1 in der 9. Minute, das beiden das Weiterkommen sicherte, auf dem Spielfeld einen Nichtangriffspakt auf deren Kosten geschlossen hatten.

Unterschätzen des Gegners kann gefährlich werden

Trainer-Weltenbummler und Afrika-Kenner Otto Pfister hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft davor gewarnt, den WM-Achtelfinalgegner Algerien auf die leichte Schulter zu nehmen. „Wenn ein oder zwei Spieler im Unterbewusstsein den Gegner unterschätzen, dann wird es schwierig“, sagte Pfister am Montag dem Inforadio des RBB. Algerien sei eingespielt – seit rund vier Jahren habe sich die Aufstellung kaum verändert. Auch sei die Fußball-Infrastruktur in dem Land mit mehreren Stadien und einer regelmäßigen Liga besser als in einigen anderen Nationen Afrikas.

Die Bedeutung der „Schande von Gijón“ wollte Pfister für das Spiel an diesem Montag (22.00 Uhr/MESZ/ZDF) nicht überbewerten – auch wenn jedes Kind in dem Land davon weiß. Mit Zorn auf dem Platz würden sich die Spieler nur selbst schwächen. „Da sind sie viel zu professionell dafür.“

Pfister war Trainer mehrerer afrikanischer Nationalteams. Unter anderem erreichte er mit Ghana (1992) und Kamerun (2008) das Finale des Afrika-Cups. Den Pokal für den Pokalsieger Afrikas gewann er mit dem ägyptischen Club Zamalek Kairo (2000). Bei der WM 2006 betreute er Togo. Aktuell trainiert der 76-Jährige einen Verein im Sudan. (dpa/dtj)