Nationaltrainer Şenol Güneş wurde nach der erneuten Enttäuschung in den sozialen Medien heftig angegangen. Foto: https://www.tff.org/

Nach der miserablen Europameisterschaft im Sommer war die türkische Nationalmannschaft dringend auf ein Erfolgserlebnis in der WM-Qualifikation angewiesen. Die Hoffnung war groß, bis Montenegro in allerletzter Sekunde zum Ausgleich traf.

Die türkische Fußballnationalmannschaft hat am vierten Spieltag der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar eine 2:0-Führung verspielt. Im Heimspiel gegen Montenegro trafen die Gäste in der Nachspielzeit zum 2:2. Dabei war die Türkei haushoch überlegen, verpasste es aber immer wieder, die zahlreichen Chancen für ein drittes oder gar viertes Tor zu nutzen. Die beiden Treffer erzielten der wieder aufblühende Cengiz Ünder und Yusuf Yazıcı, die beide in Frankreich spielen, noch in der ersten Halbzeit. Trotz des Dämpfers bleibt die Mannschaft von Trainer Şenol Güneş mit acht Punkten Tabellenführer der Gruppe G.

Die Niederlande, Montenegro und Norwegen folgen mit jeweils sieben Zählern. In den Parallelspielen hatten die Niederlande im Auftaktspiel von Rückkehrer-Trainer Louis van Gaal gegen Norwegen gespielt. Die Begegnung endete mit einem 1:1-Remis. Lettland bezwang Gibraltar mit 3:1.

Nach der miserablen Europameisterschaft und dem unnötigen Punktverlust gegen Montenegro wurde Nationaltrainer Güneş in den sozialen Medien heftig kritisiert. Einige forderten sogar seinen Rücktritt – nicht zum ersten Mal in den letzten Monaten.

Nächste Partien der Türkei: Pflichtaufgabe und Topspiel

Den nächsten Sieg kann die Nationalelf am Samstag ab 20.45 Uhr in Gibraltar einfahren. Alles andere als ein klarer Erfolg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten wäre dabei nur eine weitere Enttäuschung. Es ist übrigens das erste Duell zwischen den beiden ungleichen Kontrahenten.

Am Dienstag wartet auf die Milli Takım dann ein weitaus stärkerer Gegner. In Amsterdam kommt es zum Aufeinandertreffen mit den Niederländern. Die bisherige Bilanz: 3 Siege für die Türkei, 5 für die Niederlande und 2 Remis. Das Hinspiel gewann die Türkei vor knapp einem halben Jahr mit 4:2.

Ronaldo bricht weiter Rekorde

Indes hat Stürmerstar Cristiano Ronaldo einen weiteren Rekord gebrochen und ist nun auch der torgefährlichste Fußball-Nationalspieler der Geschichte. Der 180-malige portugiesische Nationalspieler traf am Mittwochabend im WM-Qualifikationsspiel gegen Irland (2:1) in der Schlussphase bzw. Nachspielzeit doppelt, nachdem er in der ersten Halbzeit noch einen Elfmeter verschossen hatte. Mit nun 111 Länderspieltoren ließ der gerade erst zu Manchester United zurückgekehrte Ronaldo den Iraner Ali Daei, der 109 Treffer in 149 Spielen nachweisen kann, hinter sich.

„Ich bin so glücklich. Nicht nur, weil ich den Rekord gebrochen habe, sondern über den besonderen Moment, den wir hatten“, sagte Ronaldo dem irischen TV-Sender „RTE“ im Anschluss. Zwei Tore am Ende des Spiels seien etwas ganz Besonderes.

dtj/dpa