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Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten hat sich auch die türkische Regierung zu Wort gemeldet.

Ministerpräsident Binali Yıldırım gratulierte Trump zu seiner Wahl und nutzte die Gelegenheit, seine Forderung nach der Auslieferung des muslimischen Predigers Fethullah Gülen zu erneuern. Gülen lebt seit 1999 in USA und wird von der türkischen Regierung beschuldigt, den Putschversuch vom 15. Juli gesteuert zu haben. Ankara hat die USA deswegen dazu aufgerufen, Gülen auszuliefern. Die US-Seite wiederum hat mehrfach betont, dass die Politik keinen Einfluss auf die Entscheidung habe und Gerichte entscheiden müssten.

„Eine Auslieferung Gülens, der die amerikanisch-türkischen Beziehungen in jüngster Vergangenheit stark belastet hat, wird ein Neuanfang für unsere Freundschaft bedeuten“, erklärte Yıldırım.

Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu richtete ebenfalls seine Glückwünsche aus und brachte via Twitter seinen Wunsch zum Ausdruck, dass die „auf Vertrauen basierende strategische Zusammenarbeit zwischen den USA und der Türkei“ unter Trump verstärkt werden möge.

Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan hingegen verzichtete auf eine ausdrückliche Gratulation und begnügte sich mit den Worten, dass er versuche, der Wahl Trumps „etwas Gutes“ abzugewinnen. „Ich wünsche den USA eine erfolgreiche Zukunft.“

Erdoğan hatte im Vorfeld der US-Wahlen Trumps kritisiert und ihm “Islamfeindlichkeit” vorgeworfen. Zudem bezeichnete er seine Teilnahme an der Einweihung der Trump Towers in Istanbul im Jahr 2012 als “Fehler”.