Mehr als neun Monate nach einem geheimen UN-Bericht über Missbrauchsvorwürfe gegen französische Soldaten hat die Pariser Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eröffnet. Es geht um den Verdacht der Vergewaltigung von Kindern in der Zentralafrikanischen Republik und Beihilfe, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Damit sollen nun französische Ermittlungsrichter klären, ob die Vorwürfe zutreffen.

Sechs Jungen im Alter von 9 bis 13 Jahren hatten laut dem vertraulichen Bericht der Vereinten Nationen ausgesagt, Opfer und Zeugen sexueller Übergriffe durch französische Militärs zu sein. Frankreich hatte Ende 2013 Soldaten zum Schutz der Zivilbevölkerung in das krisengeschüttelte Land geschickt. Wie vergangene Woche bekanntgeworden war, hatte das Verteidigungsministerium in Paris das Papier schon im Juli 2014 an die Justiz weitergegeben.

Seitdem liefen Vorermittlungen: Nach Angaben der Staatsanwaltschaft verweigerten die UN zunächst eine Aussage der Autorin des Berichts und verwiesen auf ihre diplomatische Immunität. Vor kurzem äußerte die Frau sich schließlich schriftlich zu Fragen der Ermittler. Daraufhin sei jetzt das Verfahren eingeleitet worden, heißt es in der Mitteilung weiter. Die Kinder wurden bislang nicht vernommen. (dtj/dpa)