Die Zentralafrikanische Republik steht nach Ansicht von vier großen Hilfsorganisationen aus Deutschland vor einer Hungerkatastrophe. Durch die Kämpfe der vergangenen Monate sei die Nahrungsmittelproduktion in dem afrikanischen Land um ein Drittel gesunken, teilten Welthungerhilfe, Oxfam, World Vision und Islamic Relief am Donnerstag mit. Inzwischen müsse jeder dritte Bewohner humanitäre Hilfe in Anspruch nehmen, um zu überleben.

Die Helfer sprachen sich für ein verstärktes Engagement der internationalen Staatengemeinschaft aus. Zwar begrüßten sie grundsätzlich die Entscheidung des UN-Sicherheitsrats, eine Eingreiftruppe mit einem umfangreichen Mandat in das vom Bürgerkrieg zerstörte Land zu schicken. Aber die für den September geplante Entsendung komme zu spät. Um die Zivilbevölkerung besser zu schützen, gelte es unter anderem, die bereits vor Ort stationierten Soldaten der Friedensmission der Afrikanischen Union besser auszurüsten.

Kritik an Wahltermin

„Außerdem muss die internationale Gemeinschaft die finanziellen Mittel für die Versorgung der notleidenden Menschen erhöhen”, so die Organisationen weiter. Bisher seien erst knapp 30 Prozent der benötigten Gelder zugesagt worden; es fehlten zudem Zusagen, die schon jetzt den langfristigen Wiederaufbau vorantreiben könnten.

Kritisch sehen die Helfer den anvisierten Wahltermin im Februar 2015. Anstatt an dem Datum unter allen Umständen festzuhalten, solle sowohl von der UN als auch den Hilfsorganisationen der politische Dialog zwischen den verfeindeten Parteien intensiviert werden, um das tiefe Misstrauen und den Hass zwischen den Volksgruppen langfristig zu mindern. Dazu gehöre neben friedensschaffenden Maßnahmen auf lokaler Ebene auch der Aufbau von rechtsstaatlichen Strukturen. (KNA/dtj)