Zwei Politiker der Regierungspartei AKP sind im Südosten der Türkei getötet worden. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete am Sonntag unter Berufung auf Parteikreise, die Terrororganisation PKK habe den stellvertretenden AKP-Vorsitzenden des Bezirks Lice, Orhan Mercan, und den stellvertretenden Parteichef des Bezirks Özalp, Aydın Ahi, ermordet. Sie seien unabhängig voneinander am Samstag entführt und dann erschossen worden. Die PKK bekannte sich zunächst nicht dazu. Anadolu berichtete weiter, 16 Verdächtige seien festgenommen worden.

Auch der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmuş äußerte sich auf Twitter zu dem Tod der Politiker und wünschte den Angehörigen der Opfer Geduld.

AKP-Politiker aus Deutschland beklagt sich über Berichterstattung deutscher Medien

Der AKP-Politiker Mustafa Yeneroğlu beklagte sich hingegen auf Facebook über die Berichterstattung der deutschen Medien bezüglich des Falls: „Diese an Hohn nicht zu überbietenden Pseudoberichterstattungen sollen weniger einer aufrichtigen Informationsvermittlung dienen als vielmehr der Wahrung des Scheins der Neutralität und vor allem auch der Botschaftsvermittlung, welche im Kern eine andere Aussage übermittelt“, schrieb Yeneroğlu am Sonntag auf seiner Facebook-Seite. PKK-Gräueltaten würden verharmlost,“ in Abrede gestellt und im Ergebnis als eine Antwort des Vogelzüchtervereins PKK auf Angriffe türkischer Sicherheitskräfte dargestellt“, so der Politiker weiter.  

Konflikt seit Jahrzehnten

Der Konflikt zwischen der türkischen Regierung und der PKK geht seit Jahrzehnten weiter. Ein Waffenstillstand war im Juli 2015 gescheitert. Seitdem geht das türkische Militär wieder massiv gegen die PKK in der Südosttürkei vor. Diese wiederum verübt immer wieder Anschläge vor allem auf Sicherheitskräfte.