26.06.2018, Berlin: Raphael Reimann, Mitarbeiter in der Ideenschmiede Moovel Lab, steuert ein Projektfahrzeug des Unternehmens. Bei dem Projekt «Who wants to be a self driving car» kann der Nutzer sich ein Bild davon machen, wie ein autonom fahrendes Auto die Umgebung wahrnimmt. (zu dpa «Moovel Lab-Projekt: Die Welt wie ein autonomes Fahrzeug sehen» vom 27.06.2018) Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
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Ob autonom fahrende Autos oder Kaufvorschläge im Internet – künstliche Intelligenz und Digitalisierung beeinflussen unser Leben immer stärker. Doch welche Konsequenzen müssen daraus gezogen werden?

Wie wirkt sich künstliche Intelligenz auf Gesellschaft und Arbeit aus? Wie verändert die digitale Arbeitswelt die Anforderungen an Aus- und Weiterbildung? Mit solchen Fragen beschäftigen sich in den kommenden Jahren zwei parlamentarische Enquete-Kommissionen, die der Bundestag am Donnerstag jeweils mit großer Mehrheit eingesetzt hat.

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Die Kommission zur «beruflichen Bildung» soll Strategien erarbeiten, wie Arbeitnehmer und Arbeitgeber besser auf die zunehmende Digitalisierung vorbereitet werden können. «Wir stehen vor dem größten Umbruch unserer Arbeitswelt seit Jahrzehnten», sagte SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach. Doch vor allem der Mittelstand sei auf diesen Umbruch schlecht vorbereitet.

Das Parlamentsgremium, das sich mit künstlicher Intelligenz (KI) befasst, soll unterdessen Handlungsempfehlungen erarbeiten, wie die vorhandenen Potenziale gefördert und die Risiken begrenzt werden können. Geklärt werden soll auch, ob Regeln benötigt werden, damit die Technik dem Menschen dient. Beispiele für den Einsatz künstlicher Intelligenz sind Sprachassistenten, autonom fahrende Autos und lernfähige Maschinen – aber auch Kaufvorschläge im Online-Shop, die Kalkulation von Kredit-Ausfallrisiken oder die Analyse von Röntgenbildern.

Der CSU-Abgeordnete Hansjörg Durz sagte, wenn immer mehr Entscheidungen auf Basis von KI getroffen würden, müssten die ethischen Grundlagen geklärt werden. Dieter Janecek von den Grünen betonte, der Umgang mit künstlicher Intelligenz müsse «wertegeleitet» und «freiheitlich» sein. Der Kommission sollen 19 Mitglieder des Bundestages sowie 19 Sachverständige angehören. Sie soll schon bald ihre Arbeit aufnehmen und nach der parlamentarischen Sommerpause 2020 Ergebnisse vorlegen.

Union und SPD hatten in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, Deutschland zu einem weltweit führenden Standort bei der Erforschung von künstlicher Intelligenz zu machen. Bei der Technologie sind die USA und China laut Experten derzeit weit vorne. Auch auf europäischer Ebene soll das Thema vorangetrieben werden, Deutschland und Frankreich wollen hier eng zusammenarbeiten.

(dpa)

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