Mit einer großen Militärparade in Anwesenheit des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül beging die Türkische Republik Nordzypern den 40. Jahrestag der Landung türkischer Truppen im Norden der Insel. Die zentrale Parade wurde in Lefkoşa (türkischer Name für Nikosia) abgehalten, darüber hinaus gab es auch noch mehrere kleinere Veranstaltungen in Städten und Dörfern.

Am 15. Juli 1974 hatten griechische Offiziere mit dem Ziel geputscht, Zypern an das bereits seit 1967 von rechtsgerichteten Militärs regierte Griechenland anzuschließen. Die bereits im Vorfeld zahlreichen blutigen Übergriffen ausgesetzte türkische Bevölkerung auf der Insel wurde durch griechisch-zypriotische Soldaten zu Zehntausenden in Enklaven zusammengetrieben.

In der türkischen Community machte sich zunehmende Angst vor einem Genozid breit. In dieser Situation entschloss sich die Türkei, den bedrängten türkischen Bewohnern Zyperns zu Hilfe zu eilen und landete am 20. Juli 1974 auf der Insel. Premierminister Bülent Ecevit nahm damit sein Recht aus dem Londoner Garantievertrag von 1959 wahr.

Nachdem der Anschlussversuch scheiterte und das griechische Militärregime zusammenbrach, blieb die türkische Armee als Schutzmacht auf der Insel. Im November 1982 rief Nordzypern die Unabhängigkeit aus. Der 1976 erstmals in sein Amt gewählte Präsident Rauf Denktaş dominierte bis 2005 die Innenpolitik auf der Insel.

Die Teilung Zyperns hat auf beiden Seiten Tausende von Opfern gefordert. Parallel zu den Feierlichkeiten im Norden wurde im griechisch-zyprischen Süden in zahlreichen Kirchen der Opfer gedacht, die im Zuge der türkischen Landung ums Leben kamen. Bestrebungen, die Insel wieder zu vereinen, verliefen bisher immer wieder im Sande. Das EGMR-Urteil bildet vorläufig einen traurigen Höhepunkt in der wechselvollen Geschichte des Zypernkonflikts dar.