Vier Jahrzehnte nach der Teilung Zyperns (20. Juli 1974) sind am Donnerstag die Gespräche für eine Lösung des Zypernkonflikts fortgesetzt worden. Dazu kamen in Nikosia die politischen Führer der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Derviş Eroğlu, erneut zusammen. Das berichtete das zyprische Fernsehen (RIK). Diplomaten rechnen jedoch nicht mit einem Durchbruch.

Als Zeichen des guten Willens besuchten die beiden Spitzenpolitiker der Insel vor Beginn ihrer Gespräche das Labor des Komitees für Vermisste in Zypern. Experten versuchen die sterblichen Überreste von mehr als 2000 Menschen zu identifizieren, die während der ethnischen Unruhen der Jahre 1963-1967 und der türkischen Landung auf der Insel 1974 getötet und notdürftig begraben wurden. Seitdem gelten sie als vermisst.

Zypern ist seit 1974 nach einem griechischen Putsch und der darauffolgenden Intervention des türkischen Militärs geteilt. Im Norden gibt es die nur von der Türkei anerkannte Türkische Republik Nordzypern. Die Republik Zypern, deren Regierung den Südteil lenkt, ist seit 2004 EU-Mitglied. Als mögliche Lösung im Zypernkonflikt wird eine Föderation zweier Bundesländer mit politisch gleichberechtigten Volksgruppen angestrebt. (dpa/dtj)