Akademiker im Hungerstreik – 111 Künstler mahnen Regierung 

Nach Tagen zweier Akademiker haben türkische Künstler und Intellektuelle die -konservative Regierung zum Handeln aufgefordert. «Nuriye und Semih dürfen nicht sterben. Sie sollen ihr Recht auf Arbeit zurückbekommen», hieß es in einer von 111 Künstlern unterschriebenen Erklärung, wie die Zeitung «Hürriyet» am Dienstag berichtete. «Wir wollen, dass der Staat die nötigen Schritte unternimmt, damit sie in ihre Schulen zurückkehren und ihr Leben weiterführen können. Das verlangen Gerechtigkeit und Demokratie.»

Zu den Unterzeichnern gehören der Komponist und Autor Zülfü Livaneli, der -italienische Regisseur Ferzan Özpetek und die Schriftstellerin Elif Safak.

Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca waren am 9. März aus Protest gegen ihre Entlassungen aus dem Staatsdienst in den Hungerstreik getreten. Ende Mai wurden die beiden wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verhaftet. Sie nehmen nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich und hatten angekündigt, die Aktion fortzusetzen, bis sie ihre Arbeit zurückerhalten. Ihr Gesundheitszustand ist kritisch. Die beiden gehören zu mehr als 100 000 Staatsbediensteten, die nach dem Putschversuch vom Juli 2016 per Notstandsdekret entlassen oder suspendiert wurden.

dpa