Wie aus den Deutschtürken eine eigene Ethnie wurde

Nihat Ak, 1988 in Heilbronn geboren, arbeitet als Kundenberater und mittlerweile als Systemadministrator in einem deutschtürkischen Unternehmen in Frankfurt am Main. Er betreut sowohl deutsche als auch türkische Kunden. Im Alter von 22 Jahren, nach erfolgreicher Erlangung der Fachhochschulreife und abgeschlossener Ausbildung im IT- und kaufmännisch orientierten Bereich, startete seine berufliche Karriere bei einem deutschtürkischen Arbeitgeber. Seine Familie stammt aus dem ägäischen Izmir im Westen der Türkei.

Ak ist jedoch nicht nur IT-Fachmann, sondern auch Buchautor. Jüngst kam sein Werk „Zurück! Ein deutschtürkisches Schicksal“ bereits in zweiter Auflage als Taschenbuch und als E-Book auf den Markt und scheint den Nerv der Leser zu treffen.

Nihat Ak analysiert in problemnaher und in keiner Weise beschönigender Weise tatsächliche Integrationsdefizite, die innerhalb der Einwanderercommunity bestehen, ohne jedoch die Versäumnisse der Mehrheitsgesellschaft unerwähnt zu lassen, deren Symptome sich unter anderem im kommerziellen Erfolg der Polemiken von Thilo Sarrazin oder Akif Pirinçci zeigen.

„Zurück! Ein deutschtürkisches Schicksal“ liefert eine sehr intelligente Analyse des Problems, das sich daraus ergeben hatte, dass die türkischen Einwanderer, die als Gastarbeiter nach Deutschland gekommen waren, eigentlich eines Tages in die Türkei zurück wollten, es also gar nicht vor hatten, sich in Deutschland zu integrieren – und seitens der Politik, die von der gleichen Prämisse ausging, erst gar nicht dazu ermuntert wurden.

Heute zeigten sich immer noch die Folgewirkungen dieser beiderseits verkannten Entwicklung, und diese habe dazu geführt, dass aus den „Deutschtürken“ gleichsam eine eigene Ethnie geworden sei.

Debatte immer noch über die Köpfe der Deutschtürken selbst geführt

„Zurück! Ein deutschtürkisches Schicksal“ behandelt die Situation dieser Einwanderergruppe in Deutschland und beschreibt auch die Bestrebungen der Deutschtürken, dieser „Zwischenexistenz“ jenseits von alter und neuer Heimat ein Ende zu setzen.

Umgeben von einer deutschlandweiten Debatte, die man über ihre Köpfe hinweg führt und die Deutschtürken in eine Sackgasse zwischen zwei Gesellschaften zu verbannen droht, wird das deutschtürkische Leben praxisorientiert an die Leser herangeführt.

In seinem ersten Buch bereitet Jungautor Nihat Ak die Leser in 25 Kapiteln aus der deutschtürkischen Praxis geduldig und detailtreu auf eine Realität und Ausgangssituation vor, die erst der Anfang vom Ende ist.