Operation "Schutzschild Euphrat"

Kämpfe um Al-Bab: Geländegewinne für die türkische Armee, aber erneut tote Soldaten

Die verlustreichen Kämpfe um Al-Bab gehen weiter. Zwar sieht es danach aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis die von mehreren Seiten umstellte IS-Hochburg fällt. Doch es sterben weiterhin türkische Soldaten.

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Die  Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gerät in ihrer nordsyrischen Bastion Al-Bab immer stärker unter Druck. Sowohl die türkische Armee und syrische Rebellen als auch Regierungskräfte rückten weiter auf die Stadt vor, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Mittwoch erklärte. Türkische Soldaten und Regimegegner hätten im Westen von Al-Bab eine strategisch wichtige Anhöhe eingenommen. Dabei wurden in den letzten Tagen nach türkischen Angaben 58 IS-Kämpfer “neutralisiert”, was in den allermeisten Fällen deren Tötung bedeutet.

Doch auch die türkische Armee hat weiterhin Verluste zu beklagen. Nachdem der Generalstab bekanntgab, dass bei einem IS-Angriff am Mittwochmorgen zwei türkische Soldaten getötet und 15 weitere leicht verletzt wurden, meldete die Nachrichtenagentur DHA am Mittwochnachmittag den Tod zwei weiterer Soldaten. Damit sind bei der Operation “Schutzschild Euphrat” bisher 58 türkische Soldaten getötet worden.

Die türkische Armee war am 24. August in Syrien einmarschiert und hatte schnell große Geländegewinne verzeichnen können. Seit Dezember steckt die Offensive jedoch vor der strategisch wichtigen Stadt Al-Bab fest. Hier kam es auch zu den bisher schwersten Gefechten zwischen der türkischen Armee und dem IS, der regelmäßig Selbstmordattentäter einsetzt. So wurden beispielsweise Ende Dezember an einem einzigen Tag 14 türkische Soldaten getötet. Unbestätigten Berichten und Filmaufnahmen aus Nordsyrien zufolge konnte der IS darüber hinaus Material und mehrere Panzer von der türkischen Armee erbeuten.

Der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte zufolge rückten zugleich Regierungstruppen von Süden bis auf drei Kilometer auf Al-Bab vor. Die Menschenrechtler hatten am Montag gemeldet, Regimekräfte hätten die letzte IS-Nachschubroute gekappt und die Stadt weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten. Al-Bab ist letzte IS-Hochburg in der Provinz Aleppo, nachdem die Extremisten in der Region große Gebiete verloren haben.

Die Türkei ist ein Gegner von Syriens Machthaber Baschar al-Assad und unterstützt Rebellen. Zugleich hat sich jedoch zuletzt Ankaras Verhältnis zu Russland, dem wichtigsten Verbündeten Assads, stark verbessert. Die Türkei und Russland setzten den seit Ende Dezember geltenden Waffenstillstand für das Bürgerkriegsland durch, von dem der IS und andere Terrorgruppen jedoch ausgeschlossen sind. Während sie den IS bekämpft, kritisieren westliche Alliierte, dass die türkische Armee in gleichem Maße gegen die kurdischen YPG vorgeht, die andere Nato-Staaten als Verbündete im Kampf gegen den IS sehen. (dpa/ dtj)