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Haluk Levents „Kamikaze-Brief“ aus der Haft
Haluk Levent gesteht seine Spielsucht, enorme Schulden und unzulässige Finanzgeschäfte zulasten des von ihm gegründeten Vereins Ahbap. Gleichzeitig bestreitet er, Spendengelder veruntreut zu haben. In
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14. August 2026
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Haluk Levent gesteht seine Spielsucht, enorme Schulden und unzulässige Finanzgeschäfte zulasten des von ihm gegründeten Vereins Ahbap. Gleichzeitig bestreitet er, Spendengelder veruntreut zu haben. In einem als Abschiedsbrief inszenierten Schreiben greift der inhaftierte Musiker nun den türkischen Justizminister Akın Gürlek persönlich an – und behauptet, die Ermittlungen seien gezielt vorgezogen worden, um eine Rückzahlung an Ahbap zu verhindern. Der Brief ist bemerkenswert. Auch die Frage des Timings. Haluk Levent will sich nicht als unschuldiges Opfer darstellen, wirkt aber doch kalkuliert larmoyant. Der 57-jährige Rocker demontiert sich teilweise selbst, bezeichnet sich als schlechten Vater, gesteht seine Spielsucht und räumt ein, sich rechtswidrig Geld aus dem Vermögen des Vereins Ahbap geliehen zu haben. Doch genau darin liegt die Strategie dieses Schreibens: Levent trennt seine persönlichen Verfehlungen strikt von dem schwerwiegenderen Vorwurf, Spendengelder unterschlagen oder für Glücksspiel verwendet zu haben. Seine Botschaft lautet: Er habe Ahbap als eine Art illegale Kreditquelle missbraucht – die Gelder aber zurückzahlen wollen. Die Erdbebenspenden hingegen seien vollständig ihrem Zweck zugeführt worden. Dann geht Levent zum Angriff über. Sein Hauptadressat ist der türkische Justizminister Akın Gürlek. Seit dem 16. Juli in Untersuchungshaft Haluk Levent befindet sich seit dem 16. Juli 2026 in Untersuchungshaft. Mit ihm wurden 13 weitere Beschuldigte festgenommen, darunter Mitarbeiter und Vorstandsmitglieder des Vereins sowie die Juristin Ece Güner und der Influencer Oğuzhan Uğur. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung, des organisierten Betrugs und der Geldwäsche. Zudem stehen Verstöße gegen das Vereins- und Steuerrecht im Raum. Eine rechtskräftige Verurteilung liegt nicht vor; für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Staatsanwaltschaft behauptet, dass Spendengelder über Wechselgeschäfte und private Konten aus dem Verein abgeflossen seien. Auf einem von Levent genutzten Konto seiner Assistentin sollen rund 120 Millionen Türkische Lira aus dem Vereinsvermögen eingegangen sein. Über weitere Konten sollen zwischen 2020 und 2026 Wetten im Umfang von insgesamt 990 Millionen Lira platziert worden sein, bei denen rund 390 Millionen Lira verloren gegangen seien. Das sind bislang Darstellungen der Ermittlungsbehörden, über die noch kein Gericht entschieden hat. Ein Geständnis mit klar gezogener Grenze Levent räumt ein, spielsüchtig zu sein. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten habe er gespielt, sich immer weiter verschuldet und Gläubigern teilweise das Zwei-, Drei- oder Vierfache der ursprünglichen Summe versprochen. Aus 35 Millionen Lira Schulden seien innerhalb von sechs Monaten 250 Millionen geworden. Noch schwerwiegender ist sein Eingeständnis, sich im vergangenen Jahr innerhalb von Ahbap „nicht ordnungsgemäß“ verschuldet zu haben. Es habe sich um unzulässige Geschäfte gehandelt, deren Strafbarkeit ihm bewusst sei. Er sei jedoch davon ausgegangen, die Gelder vor der nächsten Prüfung des Innenministeriums zurückzahlen zu können. Damit bestätigt Levent selbst einen wesentlichen Teil der Vorwürfe: Privatvermögen, persönliche Schulden und Vereinsfinanzen wurden offenbar nicht sauber voneinander getrennt. Er widerspricht jedoch entschieden der Darstellung, er habe die nach den schweren Erdbeben vom Februar 2023 eingegangenen Spenden verspielt oder für sich verwendet. Nicht eine einzige Lira der Erdbebenhilfe sei veruntreut worden, behauptet er. Zugleich fordert er die Behörden auf, sämtliche Belege, Rechnungen und bei Gouverneurs- sowie Landratsämtern hinterlegten Unterlagen offenzulegen. Die schwerste Anschuldigung: Wurde die Operation gezielt vorgezogen? Den politisch brisantesten Teil des Briefes bildet Levents direkte Attacke auf Justizminister Akın Gürlek. Levent behauptet, er habe am Freitag, den 10. Juli, die Rückzahlung seiner Verbindlichkeiten gegenüber Ahbap vorbereitet. Dazu hätten Gold im Wert von 50 Millionen Lira, 20 Wohnungen mit einem Wert von 150 Millionen Lira sowie weitere 140 Millionen Lira gehört. Am darauffolgenden Samstag soll Justizminister Gürlek den Geschäftsmann Yüksel Ersoy in dessen Räumlichkeiten in Istanbul-Beylerbeyi besucht haben. Levent schuldete nach eigenen Angaben auch Ersoy Geld. Bei dem Treffen soll Ersoy den Minister darüber informiert haben, dass Levent am Montag seine Ahbap-Verbindlichkeiten ausgleichen wolle. Daraufhin, so Levents schwerwiegende und bislang unbelegte Behauptung, sei die ursprünglich für später geplante Operation auf Sonntagmittag vorgezogen worden. Damit habe verhindert werden sollen, dass die Rückzahlungen und Eigentumsübertragungen am Montag abgeschlossen werden konnten. Levent fordert die Überprüfung von Telefonverbindungsdaten, Grundbuchaufnahmen und Kontobewegungen. Er behauptet außerdem, Gürlek habe Ersoy später persönlich aufgefordert, Strafanzeige gegen ihn zu stellen. Für
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