Politik

Boykottwelle in der Türkei: Özil wettert gegen Regierungskritiker in der Türkei
Die politische Lage in der Türkei bleibt angespannt. Oppositionelle setzen auf Boykott als Form des Protests. Der neueste AKP-Neuzugang Mesut Öz
MEHR
22. Februar 2026
2 Min. Lesezeit
0% gelesen
Inmitten der aufgeheizten politischen Stimmung in der Türkei hat sich der ehemalige deutsche Nationalspieler Mesut Özil gegen einen Boykottaufruf von Regierungskritikern positioniert. "Schaden wir unseren lokalen und nationalen Marken nicht unter dem Deckmantel eines Boykotts. Schützen wir unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt!", schrieb er auf der Plattform X.
Der Boykottaufruf der Regierungskritiker richtet sich generell gegen regierungsnahe Firmen und Marken und hat scharfe Kritik vonseiten der Regierung hervorgerufen. Für heute wurde als Zeichen des Protests zu einem allgemeinen Konsumboykott aufgerufen. Die Istanbuler Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung gegen "spalterische Aufrufe und jene, die sie verbreiten" eingeleitet. In den sozialen Netzwerken wurden sie hunderttausendfach geteilt.
https://dtj-online.de/cnntuerk-espressolab-uelker-und-mehr-chp-ruft-zum-boykott-auf/
CHP-Politiker kontert: "Wessen Nationaltrikot hast du noch mal getragen?"
Die Festnahme und anschließende Verhaftung des mittlerweile abgesetzten Istanbuler Bürgermeisters Ekrem İmamoğlu hat die Türkei in die schwerste Krise seit Jahren gestürzt. Hunderttausende gingen im Anschluss bei regierungskritischen Protesten auf die Straße. Die Partei hat ab kommender Woche wieder zu regelmäßigen Protesten aufgerufen. Ein Politiker der größten Oppositionspartei CHP fragte Özil mit Blick auf seine Kritik an dem Boykottaufruf in einem Post spöttisch, wessen Nationaltrikot er noch einmal getragen habe. Özil antwortete, sein Einsatz für die deutsche Nationalmannschaft habe nie seine "Loyalität gegenüber meinem Land und meiner Nation" infrage gestellt. Özil gilt seit langem als Sympathisant des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Der türkische Staatschef war Özils Trauzeuge. Seit diesem Jahr ist der 36-Jährige auch Vorstandsmitglied in Erdoğans Partei AKP. Bereits letzte Woche hatte er angesichts der Boykottaufrufe ein Foto geteilt, auf dem er mit dem EspressoLab-Geschäftsführer zu sehen. Die Kaffee-Marke gehört ebenfalls zu den boykottierten Unternehmen. dpa/dtjWie hat dir dieser Artikel gefallen?
Das könnte dich auch interessieren

Politik
Erdoğan: EU-Beitritt der Türkei hat keine Priorität
1 Min.
Politik
Dialog auf İmralı: Was der überraschende Öcalan-Besuch bedeutet
3 Min.
Politik
Israel will "gefährliche Abenteuer" der Türkei in Syrien verhindern
2 Min.
Politik
Türkei half beim Wiederaufbau: Syrien meldet israelische Angriffe auf inaktiven Militärflugplatz
2 Min.Kommentare (0)
Kommentiere diesen Artikel
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

