DTJ – Demokratie. Teilhabe. Journalismus.
Gesellschaft
orthodoxe ostern in der türkei

Streit in der Orthodoxen Kirche: Spannungen zwischen Konstantinopel und Moskau flammen wieder auf

Das Patriarchat von Konstantinopel kontert massive Anschuldigungen Moskaus. Worum es im Streit um kirchlichen Einfluss in Osteuropa geht – und wie er auch die Ukraine beeinfl

MEHR
21. Februar 2026
1 Min. Lesezeit
0% gelesen

Das Patriarchat von Konstantinopel kontert massive Anschuldigungen Moskaus. Worum es im Streit um kirchlichen Einfluss in Osteuropa geht – und wie er auch die Ukraine beeinflusst.

Neue Vorwürfe aus Moskau verschärfen die Spannungen in der orthodoxen Kirche. Der russische Auslandsgeheimdienst SWR wirft dem Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen, dem Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel (Istanbul), vor, mit Unterstützung britischer Geheimdienste in Kirchen einzugreifen, die bislang dem Moskauer Patriarchat oder anderen ihm verbundenen Kirchen unterstehen. In der Erklärung wird Bartholomaios als "Verkörperung des Teufels" bezeichnet.

Patriarchat wehrt sich gegen Vorwürfe

Das Patriarchat von Konstantinopel reagierte am Dienstag mit einer Erklärung. Die Vorwürfe spiegelten eine gefährliche Vermischung von kirchlichen und geopolitischen Interessen wider, heißt es darin. "Falschnachrichten, Beleidigungen und propagandistische Kampagnen können das Ökumenische Patriarchat nicht von seiner universalen Mission abbringen."

Spannungen zwischen Moskau und Konstantinopel nicht neu

Der Konflikt schwelt seit Jahrzehnten. Das Moskauer Patriarchat präsentiert sich als Vertreter aller Orthodoxen, da die russisch-orthodoxe Kirche die größte und bevölkerungsreichste der Welt ist. Deshalb stellt Moskau die besondere Stellung Bartholomaios I. als Ehrenoberhaupt der Orthodoxien infrage. Ein weiterer Bruch erfolgte 2018, als Konstantinopel der orthodoxen Kirche in der Ukraine die Selbstständigkeit gewährte – von Moskauer Seite wird dies als unerlaubte Einmischung in russisch-orthodoxe Zuständigkeiten gesehen. Der Kirchenstreit wird auch vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geführt. Bartholomaios I. verurteilt den Krieg klar – der Moskauer Patriarch Kyrill unterstützt dagegen den Kurs des Kremls. dpa/dtj

Wie hat dir dieser Artikel gefallen?

Newsletter abonnieren

Updates zum Thema „Gesellschaft"

Jederzeit kündbar. Öffnungen und Klicks werden nur aggregiert gemessen; kein individuelles Leseprofil. Datenschutz

Kommentare (0)

Kommentiere diesen Artikel

Mit dem Absenden stimmen Sie der Speicherung Ihres Namens und Kommentars gemäß unserer Datenschutzerklärung zu (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO).

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden technisch notwendige Speicherungen sowie – nur mit Ihrer Einwilligung – Statistik und Externe Medien (z. B. YouTube, Vimeo, Spotify oder X). Marketing wird derzeit nicht verwendet. Nicht-notwendige Dienste werden erst nach Ihrer Wahl aktiviert. Widerruf jederzeit über den Footer-Link. Details in der Datenschutzerklärung und den Cookie-Hinweisen.