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Türkei schickt "Oruç Reis" wieder ins Mittelmeer

Das türkische Gas-Forschungsschiff ist erneut Richtung östliches Mittelmeer unterwegs. Athen reagiert harsch. Heiko Maas verzichtet auf den kolportierten Türkei-Besuch. Die Entscheidung der Türkei, ihr Forschungsschiff "Oruç Reis" wieder im östlichen Mittelmeer nach Erdgas suchen zu lassen, hat zu n

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Von dtj-online13. Oktober 2020
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Das türkische Gas-Forschungsschiff ist erneut Richtung östliches Mittelmeer unterwegs. Athen reagiert harsch. Heiko Maas verzichtet auf den kolportierten Türkei-Besuch. Die Entscheidung der Türkei, ihr Forschungsschiff "Oruç Reis" wieder im östlichen Mittelmeer nach Erdgas suchen zu lassen, hat zu neuen Spannungen zwischen Athen und Ankara geführt. Die Entsendung sei eine "große Eskalation und eine direkte Bedrohung für Frieden und Sicherheit in der Region", erklärte das griechische Außenministerium. Man fordere die Türkei auf, ihre Entscheidung unverzüglich rückgängig zu machen und die "illegale Aktion" sofort zu beenden. Griechenland lasse sich nicht erpressen, hieß es. Die türkische Marinebehörde hatte zuvor mitgeteilt, die "Oruç Reis" werde bis zum 20. Oktober seismische Untersuchungen unter anderem südlich der griechischen Insel Kastelorizo anstellen. Am Montagnachmittag lag das Forschungsschiff nach Angaben der Website "Marinetraffic" noch vor dem Hafen der türkischen Stadt Antalya. Maas besucht nur Zypern und Griechenland Der deutsche Außenminister Heiko Maas reist an diesem Dienstag nach Zypern und Griechenland, um über den Erdgasstreit zu sprechen. Ein anschließender Türkei-Besuch, über den türkische und griechische Medien bereits berichtet hatten, findet dagegen nicht statt. Die Entscheidung könnte mit der neuen Mission der "Oruç Reis" im östlichen Mittelmeer zusammenhängen. Erst Mitte September hatte die Türkei die "Oruç Reis" von einer solchen Erkundungsfahrt heimbeordert. Anfang Oktober kehrte auch das türkische Bohrschiff "Yavuz" erstmals seit Monaten in türkische Gewässer zurück. Die Schritte waren als Zeichen der Entspannung gewertet worden. Das griechische Außenministerium teilte nun mit, die neue Entsendung des Erkundungsschiffes zeige die Unzuverlässigkeit der Türkei und belege, dass Ankara in Wirklichkeit keinen Dialog wolle. Eigentlich hatten die Länder nach einer Vermittlung Berlins vereinbart, demnächst einen Termin für gemeinsame Sondierungsgespräche festzulegen, um das Territorialproblem anzugehen. Reaktionen aus Berlin und Brüssel Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, man habe die Ankündigung der Türkei zur Kenntnis genommen. "Wenn es tatsächlich zu Explorationen in diesem umstrittenen Seegebiet käme, wäre das ein sehr bedauerlicher und aus unserer Sicht auch ein unkluger Schritt." Er würde die Bemühungen um Entspannung im östlichen Mittelmeer zurückwerfen. "Und er wäre ganz sicher alles andere als förderlich für die Fortentwicklung der EU-Türkei-Beziehungen, wie sie der Europäische Rat vorletzte Woche ins Auge gefasst hat", sagte Seibert. Ähnlich äußerte sich der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell nach Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg. "Dies wird zu neuen Spannungen führen", warnte der Spanier erinnerte an die Beschlüsse des EU-Gipfels vor rund zwei Wochen. Mit diesen hatten die Staats- und Regierungschefs die Türkei unter Androhung von neuen Sanktionen aufgefordert, von erneuten einseitigen Maßnahmen und Provokationen abzusehen, die gegen das Völkerrecht verstoßen. Athen wirft der Türkei vor, illegal in Gewässern der Ausschließlichen Wirtschaftszone Griechenlands nach Erdgas zu suchen. Ankara argumentiert, dass die erkundeten Zonen zum türkischen Festlandsockel gehören und die Türkei ein Recht auf Ausbeutung der Bodenschätze hat. Ein türkischer Sprecher erklärte am Montag, Ankara sei für eine diplomatische Lösung. Es könne jedoch keine Verhandlungen geben, wenn die andere Seite auf ihre Besitzansprüche beharre und nur über türkischen Besitz verhandeln wolle. dpa/dtj

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