
„Gazelle“: Türkisch-amerikanisches Drama kommt nach Europa
Das türkisch-amerikanische Drama „Gazelle“ kommt nach Europa. Nach Festivalerfolgen in Nordamerika wird der Film über einen irregulär in den USA lebenden Türken nun auch in Deutschland gezeigt.
Im Sommer 2026 wurde das preisgekrönte türkisch-amerikanische Drama „Gazelle“ erstmals in nordamerikanischen Kinos gezeigt. Nun ist der im Vorjahr produzierte Film auch in Europa angekommen. Die Europa-Premiere fand am Montag in dieser Woche im UGC De Brouckère in Brüssel statt. Am Donnerstag (1.10.) gastiert der Film in Berlin. Dabei wird es im Anschluss auch ein Q&A mit dem Hauptdarsteller Nadir Sarıbacak geben.
„Gazelle“: Ein türkischer Musiklehrer zwischen Angst, Sehnsucht und Hoffnung
Der Film erzählt die Geschichte des türkischen Musiklehrers Yakup (gespielt von Sarıbacak), der mit einem Touristenvisum in die USA eingereist ist. Angesichts der politischen Wirren in der Türkei kehrt er nicht zurück. Dies bringt ihn jedoch in die Lage, als irregulär aufhältiger Einwanderer in den USA unter Donald Trump leben zu müssen. Unter dessen Regierung verschärfte sich der Druck auf Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus.
Yakup muss sich selbst in dieser Situation eine Existenzgrundlage schaffen und hofft eines Tages, eine Möglichkeit zu haben, seine Frau und seine Tochter in die USA nachzuholen. Schwarzarbeit, schlechte Wohnverhältnisse, Zwangslagen sowie Sehnsucht und Angst beim Gedanken an die ferne Familie kennzeichnen seinen Alltag. In dieser Situation hält ihn die Geschichte von der Gazelle aufrecht, die ihm ein afroamerikanischer Imam erzählt hat: Sie richtet ungeachtet aller Bedrohung und Ausweglosigkeit ihren Fokus auf die Geburt ihres Jungen.
Sowohl die Drehbuchautoren als auch die Regisseure und Hauptdarsteller Sarıbacak sind als türkische Staatsangehörige als Einwanderer in die USA gekommen. Im Fall von Sarıbacak geschah dies auch aufgrund des Verfolgungsdrucks gegen kritische Bürger und insbesondere Angehörige der Gülen-Bewegung nach dem Putschversuch von 2016. „Gazelle“ wurde bislang unter anderem mit einem Publikumspreis beim Vancouver-Festival und einem Branchenpreis in New York ausgezeichnet.
Festivalerfolge in Nordamerika
Seit seiner Premiere beim Vancouver International Film Festival lief der Streifen auf zahlreichen weiteren renommierten Festivals. Darunter waren das Chicago International Film Festival, Dances With Films: New York und das Sedona International Film Festival. Kritiker würdigten den Film als zurückhaltendes, realistisches Drama über Flucht und Einwanderung. Besonders gelobt wurden Sarıbacak in der Hauptrolle sowie die nüchterne, unsentimentale Erzählweise. Mehrere Rezensionen ordneten „Gazelle“ zudem als Beitrag zur aktuellen US-Debatte über Migration, Exil und Integration ein.
Nach dem Erfolg in Nordamerika wird der Film nun auch erstmals in Europa gezeigt. In einem ersten Durchgang, der bis 9. Oktober anberaumt ist, wird es Vorführungen geben, an die sich Erörterungen mit Beteiligten an der Produktion und bekannten lokalen Journalisten anschließen. Neben Brüssel werden diese in London, Rotterdam, Amsterdam und Paris stattfinden – in Stockholm läuft der Film ohne Diskussion. In Frankfurt wird es ein erstes Screening am 6. Oktober und in Köln am 8. Oktober geben. Moderieren werden anschließend Margrit Frölich und Daniel Kothenschulte.
„Gazelle“ im Oktober und November in mehreren deutschen Städten zu sehen
Im Oktober und November folgen 20 weitere Vorstellungen in insgesamt 12 deutschen Städten. In Bochum und Stuttgart wird „Gazelle“ jeweils an insgesamt drei Abenden gezeigt. In Düsseldorf, München und Offenbach wird es zwei Vorführungen geben. Weitere Vorstellungen ohne Q&A wird es in Duisburg, Hamburg, Paderborn, Hannover, Freiburg und Leipzig geben. Zwei weitere Abende in Köln sind ebenfalls eingeplant. Karten gibt es auch im Vorverkauf.
Der Preis für Vorführungen mit anschließender Fragerunde liegt bei 26 Euro plus 2 Euro Reservierungsgebühr. Bei den weiteren Vorstellungen kosten die Karten 18 plus 2 Euro. In allen Fällen gibt es auch die Option, für die Produktion zu spenden, um weitere Gastspiele zu ermöglichen. Der Film wird in englischer Sprache mit türkischen Untertiteln gezeigt, auch die Fragerunden finden auf Englisch statt.
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