
Wieder Islam: Constantin Schreiber bekommt eigene Talkshow in Ägypten
Nach dem Abschied von der "Tagesschau" und einem kurzen Einsatz als "Global Reporter" bei Axel Springer wartet auf Constantin Schreiber eine neue Aufgabe in Ägypten.
Der Journalist und Ex-"Tagesschau"-Sprecher Constantin Schreiber bekommt eine Talkshow in Ägypten. "Viele haben mich gefragt, was ich – neben Shows, Büchern und eigenen Plattformen – im nächsten Jahr mache. Ich kehre zurück ins arabische Fernsehen", schrieb Schreiber am Freitag im sozialen Netzwerk LinkedIn. Zweimal im Monat werde er "Islam Talk" moderieren, eine Sendung auf dem ägyptischen Sender Azhari TV. Dort wolle er mit Experten, Imamen, Rabbinern und christlichen Vertretern über den Glauben und insbesondere interreligiösen Dialog spreche.
Schreiber war von 2021 bis 2025 einer der Sprecher der "Tagesschau"-Ausgabe um 20 Uhr. Im September 2025 hatte er dann seinen Job als "Global Reporter" für das Medienhaus Axel Springer begonnen. Im Juli 2026 wurde bekannt, dass er dort bis Ende des Jahres aufhören werde.
Grimme-Preis für „Marhaba – Ankommen in Deutschland“
Bekannt wurde er zuvor unter anderem durch seine Beschäftigung mit der arabischen Welt und dem Islam. Für die deutsch-arabische Sendung „Marhaba – Ankommen in Deutschland“ erhielt er 2016 den Grimme-Preis. Mit Büchern wie Inside Islam (2017) und Kinder des Koran (2019) rückte er jedoch vor allem durch seine kritische Auseinandersetzung mit muslimischen Gemeinden und religiösen Inhalten in die öffentliche Debatte.
In muslimischen Kreisen erhält Schreiber viel Gegenwind
Aus muslimischer Perspektive lässt sich insbesondere die Einseitigkeit seiner Darstellung kritisieren. Bei Inside Islam besuchte Schreiber nur einen kleinen Teil der Moscheen in Deutschland. Kritiker bemängelten deshalb, dass seine Beobachtungen kaum repräsentativ seien und problematische Einzelbeispiele ein verzerrtes Bild muslimischen Lebens vermitteln könnten. Auch die Islamwissenschaftlerin Johanna Pink kritisierte den Moscheereport als einseitig und fehlerhaft.
Ein zentraler Einwand lautet, dass Schreiber Islamkritik häufig aus einer Außenperspektive formuliert, ohne die innerislamischen Debatten und gesellschaftlichen Zusammenhänge ausreichend sichtbar zu machen. Schreiber selbst weist den Vorwurf zurück, islam- oder muslimfeindlich zu berichten.
dpa/dtj
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