Ayse Çelik, die letzte Woche in der Beyaz Show angerufen und damit eine große Diskussion ausgelöst hatte, hat am Donnerstag bei der Staatsanwaltschaft in Diyarbakır ausgesagt.

Gegen sie waren Ermittlungen wegen Unterstützung des Terrors beziehungsweise Terror-Propaganda eingeleitet waren. Der Grund: Sie hatte sich in der Show über das Leid der Zivilbevölkerung beklagt. „Kinder sollen nicht sterben, Mütter sollen nicht weinen“, lautete ihr Appell; sie forderte die Menschen in der übrigen Türkei auf, angesichts des Leids nicht wegzuschauen. Sie hatte weder den Staat noch die PKK mit einem Wort erwähnt.

Dennoch wurde sie in regierungsnahen Medien scharf kritisiert, mit der Unterstützung des Terrors beschuldigt. Auch hieß es, dass sie gar keine Lehrerin sei. In ihrer Aussage bei der Staatsanwaltschaft widersprach sie nun beidem. Sie habe noch nie die Taten der Terrororganisation PKK gutgeheißen und auch nicht vorgehabt, sie zu unterstützen. Zudem sei sie Lehrerin, allerdings derzeit nicht im Dienst, da sie ein Kind erwarte.

Derweil hat die Staatsanwaltschaft in Diyarbakır sich in dem Fall für nicht zuständig erklärt und den Fall an die Staatsanwaltschaft von Bakırköy in Istanbul übergeben. Dort wird auch der Moderator Beyazıt Öztürk aussagen. Öztürk, besser bekannt als Beyaz, hatte sich nach dem Vorfall schon entschuldigt, ebenso der Fernsehsender Kanal D, auf dem die Show gesendet wird –  übrigens auch heute: Der Sender dementierte die Gerüchte, wonach es diese Woche keine Beyaz Show geben werde. Die Aufzeichnung der letzten Woche ist in der Mediathek des Senders allerdings nicht zu finden.