Lichtinstallationen erleuchteten am 1. Juli 2020, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus, die Wahrzeichen von Berlin, Hamburg, München, Köln und Dresden mit einer drastischen Botschaft: „Islamfeindlichkeit und Rassismus tötet“. Foto: Claim

Die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit CLAIM hat mehr und bessere Beratungsangebote gefordert.

Zu wenige Beratungsstellen in Deutschland verfügten über spezifische Angebote für Betroffene von antimuslimischem Rassismus, kritisierte das Bündnis am Mittwoch. Menschen, die Übergriffe und Diskriminierung erlebten, seien häufig auf sich gestellt.

„Expertise zu den einzelnen Formen von Rassismus ist in den Beratungsstellen dringend notwendig, um nicht nur Vertrauen zu Betroffenen aufzubauen, sondern diese auch bedarfsorientiert unterstützen zu können“, sagte Güzin Ceyhan von CLAIM. „Gerade im Bereich des antimuslimischen Rassismus gibt es großen Fortbildungsbedarf.“

Rassismus nicht ordentlich dokumentiert

Ein weiteres Problem sei, dass in den Beratungsstellen meist nicht dokumentiert würde, um welche Form von Rassismus es sich handle. Eine Erfassung und eine Klassifizierung der Fälle im Hinblick auf das Motiv sei aber dringend notwendig, um das tatsächliche Ausmaß von Rassismus und seinen unterschiedlichen Ausprägungen abzubilden, teilte das Netzwerk mit.

Grundlage für die Forderungen ist eine Kurzanalyse der Beratungslandschaft in Deutschland, für die 79 Beratungsstellen für Betroffene von Rassismus befragt wurden. Die Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit CLAIM unterstützt und vernetzt 47 Akteure, die sich gegen antimuslimischen Rassismus und Islamfeindlichkeit einsetzen. Sie wird vom Bundesfamilienministerium gefördert.

dpa/dtj