Beim Prozess gegen regierungskritische Journalisten in der Türkei ist ein Attentat auf den angeklagten Chefredakteur der Zeitung „Cumhuriyet“, Can Dündar, verübt worden. Dündar sei unverletzt geblieben, berichtete eine Augenzeugin und Anwältin am Freitag. Auf ihn sei am Freitag vor dem Gerichtsgebäude in Istanbul geschossen worden. Der Sender CNN berichtete, der Angreifer habe „Du bist ein Vaterlandsverräter“ gerufen.

Zu dem Attentat kam es, als das Gericht gerade über das Urteil in dem Prozess beriet. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie der Attentäter widerstandslos festgenommen wurde. Auch Dündars Frau habe dabei mitgeholfen.

Dündar: „Wir wissen, wer uns zur Zielscheibe gemacht hat“

Dündar zufolge kam es zu den Schüssen, als er vor dem Gericht auf die Urteilsverkündung wartete. „Ich habe nur gesehen, dass er die Waffe auf mich richtet. Seit Wochen und Monaten werden wir namentlich zur Zielscheibe gemacht. Ich hoffe, dass diejenigen, die das tun, jetzt ihre Lehre ziehen. Wir wissen, wer uns zur Zielscheibe erklärt hat“, so der Journalist.

Sender CNN Türk berichtete, ein türkischer Journalist, der zur Berichterstattung vor dem Gerichtsgebäude war, sei durch einen Streifschuss leicht verletzt worden. Nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen. (dpa/dtj)