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Ein regierungsnaher Journalist der türkischen Tageszeitung Star hat in einer Fernsehtalkshow ausführlich erzählt, wie manche Häftlinge in türkischen Gefängnissen gefoltert werden sollten, damit sie endlich reden. 

von Zeynel Canogul

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Cem Küçük ist ein regierungsnaher Mitarbeiter der türkischen Zeitung Star und ein großer Fan des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Doch dieser Küçük sorgt mit seinen Aussagen ein ums andere Mal um Skandale. Nun hat Küçük erneut für große Empörung gesorgt. Der Wiederholungstäter Küçük ruft in seiner jüngsten Aussage im türkischen Fernsehen dazu auf, gewisse Verdächtige in türkischer Haft grausam zu foltern, damit sie „endlich sprechen“. Der Umgang der Staatsanwälte, findet Küçük, sei zu zimperlich und nachsichtig. (Lesen Sie mehr zum Thema: Folter und Vergewaltigung in türkischer U-Haft)

Küçük: „Aber man weiß eigentlich genau, wo diese FETÖ Anhänger wohnen“

Noch vor wenigen Monaten rief der selbe Küçük Türken in Europa dazu auf, Regierungsgegner ausfindig zu machen und Selbstjustiz zu verüben. In der Talk-Sendung im regierungsnahen TGRT von Fuat Uğur erläuterte Küçük, dass der türkische Geheimdienst (MIT) besondere Befugnisse habe, im Ausland Exekutionen auszuführen. Zudem hätten ihm bei seinen Auslandsaufenthalten zahlreiche Türken oftmals beteuert, dass sie sich für so eine Aufgabe gerne opfern würden. Als der Moderator Küçük ins Wort fällt, widerspricht dieser, „Aber man weiß eigentlich genau, wo diese FETÖ Anhänger wohnen“.

UETD bietet Küçük eine Plattform Deutsch-Türken zu treffen

Küçük ist unter dem Schirm der Union Europäisch Türkischer Demokraten (kurz: UETD) bereits mehrfach in Europa aufgetreten und hat seine oftmals skandalträchtigen Sichtweisen an die Zuhörerschaft übermittelt. Die UETD ist als Lobbyorganisation der AKP hinlänglich bekannt und bietet Personen wie Cem Küçük und Antisemiten wie Abdurrahman Dilipak eine Plattform, die türkische Diaspora, unter anderem in Deutschland, Österreich, Skandinavien, Großbritannien, Frankreich, den Benelux-Staaten zu treffen. Für viele ist der unreflektierte Umgang mit den Aussagen von Küçük nicht gerade ungefährlich.

Jüngsten Aussagen von Cem Küçük übersetzt

Küçük: „Hab keine Gnade mit diesen (Gülenisten). Wir müssen alle Methoden in Erwägung ziehen sie zum Sprechen zu bringen. Ich möchte Ihnen etwas sagen. Wieder dasselbe Ding. Schließlich haben wir ein Paar sehr kritische Gülenisten, Ali Fuat Yilmazer, Mehmet Partigöc, Allaaddin Kaya. Mensch! Bring diese Leute zum Sprechen.“

Ugur: „Worauf warten die eigentlich noch?“

Küçük: „Schau mal, unser Staatsanwalt amch das so: „Lieber Fuat, herzlich willkommen. Was ist dein Vor- und Nachname? Wo warst du tätig? FETÖ-Anhänger… Hast du diese Tat ausgeübt? Nein. Warst Du in den Ermittlungen vom 17. und 25. Dezember involviert? Nein. Junge..! Es gibt ja wohl auch andere Methoden jemanden zum Sprechen zu bringen! Lass ihn doch mal von den Füßen aus dem Fenster raushängen…! Lass mich dir Mal eine MOSSAD-Methode erklären. Es steht in dem „Agenten“ Buch von Gidion Thomas. Er möchte jemanden, beispielsweise einen Palästinenser, Jordanier oder Ägypter als Agent rekrutieren. Aber das gelingt ihm nicht. Der Mann akzeptiert nicht sein Agent zu werden. Dann fragt ihn nochmal. Er lehnt wieder ab. Daraufhin geht er zu seiner Familie und tötet einfach ein Familienmitglied. Er tut es trotzdem nicht und noch ein Familienmitglied stirbt. Danach ist er dazu gezwungen… Er hat auf diese Weise unzählige Agenten! Der Palästinenser muss um sein Leben bangen. Klar ist Israel ein Mörderstaat, aber das ist was anderes. Ich erzähle dir von der Methode. CIA: Was ist denn bitte Guantanamo? Sprich doch einfach… War ist dieses Schwarze Loch in Warschau? Auch bekannt als die Dunkel Schatten. Es gibt diese Handtuch-Technik zum Beispiel. Sie tun das Handtuch aufs Gesicht und schütten Wasser drauf und erstickt ihn. So viele Dinge. Mensch, probier doch auch viele Dinge aus!“

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