ARCHIV - 09.05.2020, Berlin: Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude hält ein Teilnehmer ein Schild mit der Aufschrift "Gib Gates keine Chance - Widerstand 2020". In vielen deutschen Städten versammelten sich im Mai viele Menschen, die ihr Protest etwa gegen die behördlich verordneten Kontaktsperren auf die Straße treibt. Foto: Christophe Gateau/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Seit Beginn der Corona-Krise kursieren zahlreiche irreführende Informationen in sozialen Medien und auf Websites. Jeden Tag erscheinen unzählige Nachrichten, Meldungen, Posts, Videos und Tweets. DTJ-Online erklärt, wie sich Leser nicht nur in Zeiten von Corona vor Fake News schützen können. Vier Tipps für den eigenen Faktencheck.

Das Coronavirus beschäftigt die Welt und verunsichert viele Menschen. Falschmeldungen, Verschwörungstheorien und Fake News enthalten manipulierende Informationen. Mal geht es um die angebliche Schließung von Lebensmittelläden, mal um vermeintliche Wundermittel gegen das Virus. Via Facebook, Whatsapp und anderen sozialen Netzwerken beeinflussen Verschwörungstheoretiker und Corona-Skeptiker die Debatte und machen Stimmung gegen Politiker, Virologen und andere vermeintliche Lügner.

DTJ-Online gibt seinen Lesern ein Toolkit an die Hand, mit dem Sie selbst Fake News entlarven und stattdessen gehaltvollere Informationen bekommen können. Vier Tipps helfen dabei.

1. Prüfen Sie die Fakten!

Meist kursieren Fake News via Social Media. Bevor man einer Information aus den sozialen Medien traut, sollte ihr Wahrheitsgehalt geprüft werden. Am einfachsten geht es mit Google. Häufig reicht es, die Schlüsselwörter in die Suchmaschine einzugeben. „Ein einfacher und meist guter Check ist, Nachrichten nochmals zu googeln“, sagt auch die Professorin für Online-Journalismus Katarina Bader. Auf den Seiten des Bundesministeriums für Forschung und Bildung finden Sie weitere Tipps.

Gehen zum Beispiel andere, größere Medien auf die Nachricht ein? Geben andere Medien noch Zusatzinformationen zu dem Sachverhalt? Ist die Nachricht aktuell? All diese Fragen sind bei einem Faktencheck zu beantworten. Sollte sich herausstellen, dass dies alles nicht zutrifft, handelt es sich meist um eine Falschinformation. Wer professionelle Hilfe in Anspruch nehme möchte, sollte die Angebote des Faktenfinders von Tagesschau.de, des Recherchekollektivs Correctiv oder Anti-Fake-News-Seiten wie mimikama.at oder hoaxmap.org nutzen.

2. Prüfen Sie die Quelle!

Wer ganz sichergehen möchte, sollte die Internetrecherche mit der Suche nach der Quelle ausweiten. Generell empfiehlt es sich: Den Verfasser der Nachricht genauer zu beleuchten. Wie lange ist er zum Beispiel bei Twitter, Facebook, etc. unterwegs? Was hat er geschrieben? Erscheinen seine Beiträge glaubhaft? Und wie viele Menschen teilen oder liken seine Postings? Bei Twitter kann man zusätzlich noch den blauen Verifizierungshaken checken. Er zeichnet einen Account als echt aus.

Wer diesen Haken nicht hat, wem nur wenige Menschen folgen und wer noch nicht so lange dabei ist, dem sollte misstraut werden. Denn allzu häufig sind sogenannte „Bots“ oder „Social Bots“ am Werk. Das sind eigens auf Fake News eingestellte Programme, die autonom Nachrichten verfassen, liken und weiterleiten können.

3. Prüfen Sie Bilder und Videos!

Bilder und Videos sind besonders anfällig für Fake News. Häufig ist es nicht einfach, die Falschinformation von der echten Nachricht zu entscheiden. Denn das Bildmaterial kann sogar authentisch sein. Wenn es aber in einen falschen oder sinnverzerrenden Kontext gesetzt wird, ist es Fake. Beim Check hilft auch hier Google – diesmal mit der Bildersuche. Mit ihr ist es möglich, zu sehen, wo, wann und in welchem Kontext das Bild erstmals  veröffentlicht wurde.

Für Videos funktioniert diese Methode nicht. Hinzukommt: Es ist inzwischen möglich, Politikern per Synchronisation andere Worte in den Mund zu legen. Diese sogenannten „Deep Fakes“ sind zwar ein relativ neues Phänomen, aber einfach zu produzieren. Mit dem Originalfilmmaterial und einem simplen Schnittprogramm ist ein solcher Fake möglich. Zu entlarven ist er nicht. Daher gilt hier besondere Vorsicht!

4. Schauen Sie auch in die Kommentare!

Wer bei Videos dennoch selbst den Check durchführen will, sollte in die Kommentare unter dem Clip schauen. Bei YouTube oder Facebook ist das möglich. Wer ist noch skeptisch? Und welche Seite überwiegt: die der Skeptiker oder die andere? Gibt es vielleicht Leute, die mehr wissen und einen Link gepostet haben, der den Fake entlarvt? Das sogenannte Schwarmwissen hilft auch bei Fake News.

Aber Vorsicht: Auch Kommentare unter Videos können Fakes sein. Glauben Sie also nur, was Ihnen absolut plausibel sein – das gilt für Videos ebenso wie für alle anderen Artikel, Postings und Messengernachtichten.