Panama Papers

Als vor einem Monat die Panama Papers ans Licht der Öffentlichkeit gebracht wurden, erhielt der Datensatz der dubiosen Kanzlei Mossack Fonseca weltweit große Aufmerksamkeit – nicht jedoch in der Türkei. Das Land kämpft gerade an anderen Fronten, dabei ist es in den Datensätzen durchaus prominent vertreten. Das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) hat eine eigene Datenbank zum Leak veröffentlicht, in der sich Namen und Adressen von 300.000 Briefkastenfirmen und Trusts befinden. Wie das Nachrichtenportal Diken berichtet, sind darunter auch über hundert Namen und 684 Unternehmen aus der Türkei.

Die Liste liest sich wie ein Who is Who der türkischen Geschäftswelt. Große Energiekonzerne wie Zorlu und Çalık sollen am Fiskus vorbei genauso Geld in Steueroasen gebunkert haben wie auch die Unternehmen der größten türkischen Holding Koç.

Weitere berühmte Unternehmen, die Offshore-Geschäfte betrieben haben sollen, sind Sabancı, Doğan und Altınbaş. Auch Unternehmen aus dem Umfeld von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan finden sich in den Dokumenten wieder. Zwei davon sind Cengiz Holding und Gürmen Group von Remzi Gür. Letzterer hat Erdoğans Kindern das Studium finanziert. Der Name des Energie- und Baukonzerns Cengiz Holding wiederum fand auch während der Korruptionsaffäre vom Dezember 2013 mehrfach Erwähnung. Ihr Inhaber Mehmet Cengiz soll bei der Bildung der sogenannten Pool-Medien mit Millionen von Lira mitgewirkt haben. Wie die Tageszeitung Cumhuriyet berichtet, soll der AKP-nahe Geschäftsmann nicht aus der Türkei, sondern über die Schweiz ein Off-Shore-Konto eröffnet haben, über das in Genf ansässige Unternehmen Bonito International.

Weitere einflussreiche Unternehmer auf der Liste sind die ehemaligen Vorsitzenden des mächtigen Untenehmeverbandes TÜSIAD, Tüncay Özilhan und Erkut Yücaoğlu. Nicht nur große Konzerne finden sich auf der Liste, sondern auch Unternehmerfamilien. Das Nachrichtenportal Diken hat sie alle aufgelistet und verlinkt.


(Bild: VectorOpen Stock)