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Wie der Sommer 2021 angesichts der andauernden Pandemie genau aussehen wird, bleibt weiterhin unklar. Impfungen machen Hoffnung auf ein unbekümmertes Reiseverhalten. Die Türkei will sich keine Verluste wie im vergangenen Sommer leisten und erweitert die bestehenden Hygienekonzepte. Das Touristenziel für 2021 ist sehr ambitioniert. Ein Überblick über die aktuellen Regelungen und Maßnahmen.

Die türkische Regierung will im Jahr 2021 mindestens 30 Millionen Touristen im Land beherbergen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht die Türkei in normalen Zeiten nicht einmal besondere Maßnahmen zu ergreifen. Doch in Zeiten von Corona sieht das anders aus. 2020 reisten so wenige Touristen ins Land wie noch nie. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 12,7 Millionen Ankünfte von Touristen in der Türkei gezählt. Ein Rückgang von rund 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im Hinblick auf diese Entwicklung sowie der weiter anhaltenden Pandemie dürfte das Ziel von rund 30 Millionen Touristen und Einnahmen von etwa 20 Milliarden US-Dollar, das Ende vergangenen Jahres vom Ministerium für Kultur und Tourismus angegeben wurde, unter Reiseexperten sehr ambitioniert klingen.

Doch auch kürzlich, genauer gesagt am 10. März, legte der Sprecher der Türkiye Tourism Promotion and Development Agency (TGA), Erkan Yağcı, ähnliche Zahlen vor. Während einer Pressekonferenz auf der internationalen Tourismusmesse ITB, die in diesem Jahr digital stattfindet, berief sich Yağcı auf gute Erfahrungen mit dem Hygienekonzept aus dem letzten Jahr und erklärte, dass man dieses sogar noch ausbauen wolle. Bislang seien etwa 8.000 Unterkünfte zertifiziert worden. Die Regierung hatten den Hoteliers und der Gastronomie strenge Auflagen auferlegt. Neben Abstands- und Hygieneregeln erhält das Personal eine spezielle „Pandemie-Ausbildung“, welche im Rahmen eines Zertifizierungsprogramms von den Behörden überprüft wird. Dieses Zertifikat ist wiederum Voraussetzung für die Wiedereröffnung von Hotels und der Gastronomie. Das Konzept ziele auf die gesamte Reisekette vom Flug über den Transfer bis zum Restaurant ab, so Yağcı.

Digitales Einreiseformular muss vor Türkei-Reise ausgefüllt werden

In der Tat sucht die Regierung weiterhin nach neuen Maßnahmen, um den Tourismus wiederzubeleben und eine sichere Reise in der Türkei zu ermöglichen. Eine dieser neuen Maßnahmen ist die digitale Einreiseanmeldung. Demnach müssen nicht-türkische Einreisende ab dem 15. März binnen 72 Stunden vor der geplanten Einreise ein Einreiseformular online ausfüllen. Das Formular kann wahlweise auf deutsch, türkisch, englisch, russisch oder spanisch auf der Webseite des türkischen Gesundheitsministeriums ausgefüllt werden (klicken Sie hier, um zum Formular zu gelangen).

Auf Basis der Personaldaten soll dann ein persönlicher „HES-Code“ erstellt werden, welcher im Falle eines Kontakts mit einer an COVID-19 erkrankten Person die Nachverfolgung und Kontaktaufnahme zum Touristen erleichtert. Transit-Reisende sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen und müssen kein Formular ausfüllen.

Negativer PCR-Test weiterhin verpflichtend

Die bisherigen Maßnahmen gelten zusätzlich zu dieser neuen Regelung weiterhin. So müssen alle Einreisenden ab sechs Jahren einen negativen PCR-Test nachweisen. Dieser darf beim Abflug nicht älter als 72 Stunden sein. Bei Flugreisen muss dieser Test schon beim Check-in vorgelegt werden. Am türkischen Flughafen werden zudem Temperaturmessungen durchgeführt. Bei erhöhter Körpertemperatur oder anderen COVID-19-Symptomen werden weitere Untersuchungen vorgenommen.

Aufgrund neuer Mutationen hat das Land besondere Vorkehrungen für Einreisende aus bestimmten Ländern getroffen. So müssen sich Einreisende, die sich in den letzten zehn Tagen in Großbritannien, Dänemark, Brasilien oder Südafrika aufgehalten haben, in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Einreisende aus Südafrika und Brasilien müssen die Quarantäne sogar in einer staatlichen Einrichtung absolvieren.

Die türkische Regierung will spätestens 2022 und 2023 wieder die Zahlen von 2019 erreichen. In dem Jahr hatten rund 51,7 Millionen ausländische Touristen 34,5 Milliarden US-Dollar an Einnahmen eingebracht.

Welche Corona-Regelungen gelten innerhalb der Türkei?

Das türkische Gesundheitsministerium hat aufgrund des Infektionsgeschehens das Land in vier Risikogruppen eingeteilt. Demnach werden Regionen mit geringem Risiko auf einer speziellen Landkarte des Ministeriums als „blaue Zone“, Regionen mit einem mittleren Risiko als „gelbe Zone“, Regionen mit einem hohen Risiko als „orange Zone“ und Regionen mit einem sehr hohen Risiko als „rote Zone“ gekennzeichnet. Je nach Zone gelten unterschiedliche Regelungen bezüglich der Ausgangssperren an Wochenenden sowie für Personen unter 20 Jahren und über 65 Jahren. Zwar sind ausländische Touristen von den Ausgangssperren ausgenommen, dennoch kann es ja nach Infektionsgeschehen zu örtlichen Ausnahmen kommen.

Die aktuelle Risiko-Landkarte der Türkei nach den Kriterien des türkischen Gesundheitsministeriums.
Die aktuelle Risiko-Landkarte der Türkei nach den Kriterien des türkischen Gesundheitsministeriums. Grafik: https://saglik.gov.tr

Weiterhin gilt unabhängig von der Risikostufe eine tägliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Zudem ist im gesamten öffentlichen Raum, in Supermärkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln das Tragen von Schutzmasken Pflicht.

Corona-Regelungen für Einreisen aus der Türkei nach Deutschland

Auch für Ausreisen aus dem Land sind besondere Regelungen zu beachten. So müssen beispielsweise Reisende ab zwei Jahren nach Deutschland einen negativen PCR-Test vorlegen. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein. Bei der Ausreise wird dieser Testergebnisse bereits von den türkischen Behörden überprüft. Die Kosten der Test müssen Reisende selbst tragen.

Bei einem positiven Testergebnis müssen die Reisenden sich in der Türkei in Quarantäne begeben. Trotz dieser Regelungen in der Türkei sind die jeweiligen Quarantäneverordnungen der deutschen Bundesländer zu beachten.

Digitaler Impfpass als Hoffnung für Reisen?

Wie es mit den Reisen im Jahr 2021 tatsächlich weitergeht, ist dennoch weiterhin unklar. Zwar sind Flüge und Hotels bereits buchbar und Veranstalter bieten auch Pauschalreisen an. Doch ob die gebuchten Reisen wie geplant durchgeführt werden können, weiß zur Zeit niemand. Deshalb könnten sich sogenannte „Flex-Tarife“ für Reisende lohnen. Dabei zahlen die Reisenden etwas mehr bei der Buchung, können dann aber flexibler Stornierungen vornehmen. Reiseveranstalter bieten auch unterschiedliche Modelle an, wie beispielsweise das Guthaben-Modell von Tui, um die Unsicherheit der Reisenden zu minimieren.

Die Reisebranche setzt nun große Hoffnungen auf einen digitalen Impfpass. Dessen technische Umsetzung kann dennoch Monate dauern. Unklar ist weiterhin auch, welche Rechte solch ein Impfpass den Reisenden bringen würde.