ARCHIV - Der türkische Journalist und Chefredakteur der türkischen Zeitung «Cumhuriyet», Can Dündar, spricht am 24.06.2016 in Berlin in den Räumen der Organisation Reporter ohne Grenzen zu den Medienvertretern. Dündar erhält am 08.07.2016 in Hamburg den «Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen» der Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den Auslieferungswunsch von Can Dündar bekräftigt. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin sagte Erdogan, dass man Auslieferungsabkommen mit Deutschland habe. „Can Dündar ist ein Agent“, so Erdogan über den im deutschen Exil lebenden Journalisten Can Dündar. Erdogan weiter: „Er wurde von der türkischen Justiz zu 5 Jahren und 10 Monaten verurteilt. Er hat Staatsgeheimnisse offengelegt. In jedem Land ist es untersagt, Staatsgeheimnisse offenzulegen.“

Bundesregierung empfindet Antrag als Provokation

Am morgen gab es Berichte darüber, dass die türkische Regierung eine Auslieferung des Journalisten gefordert hätte. Laut Süddeutscher Zeitung habe die türkische Regierung die Auslieferung von Can Dündar beantragt. In der Bundesregierung werde der Antrag der türkischen Regierung unmittelbar vor dem Staatsbesuch Erdoğans als Provokation empfunden, so die Süddeutsche Zeitung.

Erdogan wollte Can Dündar nicht auf der Pressekonferenz

Zudem soll Erdogan mit einer Absage der gemeinsamen Pressekonferenz mit Merkel gedroht haben, weil der im deutschen Exil lebende türkische Journalist Can Dündar bei dieser eine Frage stellen wollte. Dündar hat im Nachhinein auf seiner Nachrichtenplattform Özgürüzmitgeteilt, dass er auf die Pressekonferenz verzichten werde.