ARCHIV-Foto: Kayhan Ozer/Presidency Press Service/AP/dpa

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat erneut scharfe Kritik an Israel geübt, sich zugleich aber gegen Antisemitismus ausgesprochen. «Wir sind Muslime, wir können keine Rassisten, Diskriminierende oder Antisemiten sein», sagte Erdogan in einer Videobotschaft an Demonstranten im zentralanatolischen Konya. Die Teilnehmer protestierten dort nach dem Freitagsgebet gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump.
Erdogan kündigte an, vor die Vereinten Nationen zu ziehen, um diese Entscheidung der USA «annullieren» zu lassen. Israel warf der türkische Staatspräsident erneut «Staatsterror» vor.

«Wir kämpfen nicht für Rache, sondern für Gerechtigkeit»

An die Adresse der USA sagte Erdogan: «Wann immer ihr Lust habt, trampelt ihr auf allem herum, was mit Justiz, Demokratie und Rechten zu tun hat. Diese Schande kann man niemals akzeptieren.» Er betonte zugleich: «Wir kämpfen nicht für Rache, sondern für Gerechtigkeit. Wir wollen nicht nur für Muslime, sondern für alle Gläubigen Frieden, Ruhe und Sicherheit.» Am Mittwoch hatte ein von Erdogan einberufener Sondergipfel der Organisation für Islamische Kooperation (OIC) in Istanbul alle Länder dazu aufgerufen, Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Palästinenserstaates anzuerkennen.

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dpa/dtj