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Erdoğan wirft Griechenland Pushbacks von Migranten vor

Archivfoto: Ein Beamter der Bundespolizei See steht im Hafen der Insel Samos auf dem Vordeck eines Streifenboots vor einer ersten Erkundungsfahrt. Etliche Stellen ermitteln gegen Frontex, auch wegen mutmaßlicher Grundrechtsverstöße. Foto: Christian Charisius/dpa

Der türkische Präsident Erdoğan hat Griechenland erneut beschuldigt, Migranten zurückzudrängen. Frontex und Griechenland weisen das zurück.

Man wisse, wer die Boote von Migranten aufsteche und zum Sinken bringe – „Nachbar Griechenland“, sagte Recep Tayyip Erdoğan am Montag auf einer Konferenz zum Thema Migration an einer Universität in Izmir.

Die Türkei mache die Welt immer wieder darauf aufmerksam, doch das gehe „in das eine Ohr rein und aus dem anderen wieder heraus“, sagte der türkische Präsident. Alleine im Jahr 2020 habe in der Ägäis fast 9000 Fälle von sogenannten Pushbacks gegeben. Erdoğan warf der EU-Grenzschutzagentur Frontex zudem vor, an Rechtsverletzungen beteiligt gewesen zu sein.

Griechenland spricht von „Fake News“

Ankara zufolge drängt Griechenland immer wieder Boote mit Migranten illegal in die Türkei zurück. Frontex-Beamte sollen Medienberichten zufolge bei manchen Fällen in der Nähe gewesen sein und nicht eingegriffen haben.

Griechenland und Frontex weisen solche Vorwürfe zurück. Am Sonntag hatte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis gesagt, die Berichte über sogenannte Pushbacks seien „Teil der umfassenden Fake-News-Strategie“, die von der Türkei durch einige Nichtregierungsorganisationen und Schmugglernetze gefördert werde.

dpa/dtj

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