Extremismus

„Keupstraße ist überall“ erhält Kölner Demokratiepreis
Die Bildungsinitiative „Keupstraße ist überall – erinnern, aufklären, verändern“ e. V. wird mit dem „Miteinander-Preis Köln für Demokratie und Vielfalt“ ausgezeichnet. Die Stadt Köln würdigt damit den
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14. August 2026
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Die Bildungsinitiative „Keupstraße ist überall – erinnern, aufklären, verändern“ e. V. wird mit dem „Miteinander-Preis Köln für Demokratie und Vielfalt“ ausgezeichnet. Die Stadt Köln würdigt damit den langjährigen Einsatz des Vereins für die Betroffenen des NSU-Nagelbombenanschlags, gegen Rassismus und für eine lebendige Erinnerungskultur. Die Initiative gehört zu den diesjährigen Preisträgern des Ehrenamtspreises „KölnEngagiert“. Eine unabhängige Jury wählte die Ausgezeichneten aus mehr als 130 eingereichten Vorschlägen aus. Mit dem „Miteinander-Preis“ soll insbesondere das ehrenamtliche Engagement von Kölnerinnen und Kölnern mit Einwanderungsgeschichte sichtbarer gemacht werden. „Das ehrt die ehrenamtliche Arbeit aller, die sich unter dem Schirm der Initiative „Keupstraße ist überall“ versammelt und die Betroffenen unterstütz haben“, so eine Sprecherin des Vereins. Der Verein sei die Weiterentwicklung einer Bürgerinitiative und stelle die Erinnerungsarbeit nun auf professionelle Beine. „Umso wichtiger ist diese Auszeichnung, um unsere unermüdliche Arbeit für die Demokratie zu würdigen“, teilt der Verein schriftlich mit. Preis für Demokratie und Vielfalt Die feierliche Preisverleihung findet am 6. September im Historischen Rathaus der Stadt Köln statt. Die Preisträgerinnen und Preisträger werden zudem für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen. Für die Bildungsinitiative ist die Auszeichnung eine Anerkennung einer Arbeit, die weit über klassisches Ehrenamt hinausreicht. Der Verein verbindet Erinnerung, politische Bildung, Beratung und die aktive Beteiligung von Betroffenen rechter Gewalt. Im Zentrum der Arbeit steht eine grundlegende Forderung: Die Geschichte des NSU-Terrors darf nicht ausschließlich aus der Perspektive von Polizei, Justiz, Politik und Sicherheitsbehörden erzählt werden. Im Mittelpunkt müssen die Menschen stehen, die durch den Anschlag verletzt, danach selbst verdächtigt und über Jahre mit ihren Erfahrungen alleingelassen wurden. Die Bildungsinitiative setzt deshalb auf eine betroffenenorientierte Erinnerungskultur. Es wird nicht nur über die Betroffenen gesprochen. Sie selbst erzählen ihre Geschichte, vermitteln ihre Erfahrungen und bestimmen mit, wie an den Anschlag und seine Folgen erinnert wird. Der Anschlag in der Keupstraße Am 9. Juni 2004 hatte der rechtsterroristische „Nationalsozialistische Untergrund“ in der Kölner Keupstraße eine Nagelbombe gezündet. Die Täter hatten das mit Hunderten Nägeln präparierte Sprengmittel auf einem Fahrrad vor einem Friseursalon abgestellt. 22 Menschen wurden verletzt, einige von ihnen schwer. Der Anschlag war gezielt darauf ausgerichtet, möglichst viele Menschen zu töten (was zum Glück nicht klappte) und das gesellschaftliche Leben in der von Einwanderung geprägten Keupstraße zu erschüttern. Doch statt frühzeitig in Richtung eines rassistischen Terroranschlags zu ermitteln, konzentrierten sich die Behörden über Jahre auf die Betroffenen, ihre Familien und das geschäftliche Umfeld der Straße. Menschen, die gerade einen Anschlag überlebt hatten, wurden verdächtigt, überwacht und mit Spekulationen über organisierte Kriminalität konfrontiert. Auch große Teile der medialen Berichterstattung übernahmen diese Perspektive. Der rassistische Hintergrund des Anschlags wurde lange nicht ernst genommen. Erst mit der Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurde öffentlich bekannt, dass Rechtsterroristen für die Tat verantwortlich waren. Aus dem Kampf um Anerkennung entstand eine Initiative Aus dem jahrelangen Kampf um Aufklärung, Anerkennung und einen würdigen Umgang mit den Betroffenen entwickelte sich die Initiative „Keupstraße ist überall“. Ihr Name macht deutlich, dass der Anschlag und der institutionelle Umgang mit seinen Opfern nicht nur die Menschen einer einzelnen Straße betreffen. Rassistische Gewalt, gesellschaftliche Ausgrenzung, mediale Vorverurteilung und behördliches Versagen können überall stattfinden. Der Name des Vereins ist deshalb zugleich Mahnung und politischer Anspruch. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist die Ausstellung in der Schanzenstraße 22 in Köln-Mülheim, nur wenige Minuten vom Anschlagsort entfernt. Mit Dokumenten, Gegenständen, Filmaufnahmen und persönlichen Berichten zeichnet sie nicht nur den Nagelbombenanschlag nach. Thematisiert werden ebenso die Ermittlungen gegen die Opfer, die mediale Vorverurteilung der Menschen aus der Keupstraße, das jahrelange Verdrängen des rassistischen Tatmotivs und der Kampf der Betroffenen um Anerkennung und Gerechtigkeit. Tausende Besucherinnen und Besucher Mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler besuchten die Ausstellung allein im Jahr 2025. Bis zu den Sommerferien 2026 kamen nach Angaben einer Sprecherin des Vereins bereits weitere rund 1.700 Schülerinnen und Schüler sowie andere Besucherinnen und Besucher hinzu. Zu den Gästen gehören neben Schulklassen auch Studierende, angehende Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, Wissenschaftlerinnen und Wissensc
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