Ein Rohingya-Kind steht am 05.09.2017 in Ukhia (Bangladesch) an einem Holzzaun im Kutupalong Flüchtlingslager, nachdem es kurz zuvor die grenze von Myanmar nach Bangladesch überquerte. Nach der Massenflucht hunderttausender Rohingyas aus Myanmar nach Bangladesch droht eine humanitäre Tragödie. Foto: Bernat Armangue/AP/dpa

Monsunregen könnte die humanitäre Krise in im südostasiatischen Bangladesch weiter verschärfen. Das Wetterbüro des Landes warnte am Montag vor stürmischem Wetter in der südlichen Region um den Bezirk Cox’s Bazar, wohin nach UN-Angaben seit dem 25. August mehr als 410 000 Rohingya geflüchtet waren. Viele von ihnen schlafen im Freien, da die Flüchtlingslager längst voll sind und es auch an Zelten mangelt. Es hatte bereits in den vergangenen Tagen geregnet. Die Monsunzeit dauert in Bangladesch von Juni bis Oktober.

Bereits vor der jüngsten Massenflucht lebten rund 400 000 Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. Die Regierung kündigte vor kurzem neue Lager an, fertiggestellt wurden sie bislang nicht.

Zugleich verbot die bangladeschische Polizei den Flüchtlingen, die für sie vorgesehenen Gebiete in Cox’s Bazar zu verlassen. Sie müssten dort bleiben, bis sie in ihr Heimatland zurückkehrten, hieß es in einer Mitteilung. Die Rohingya dürften weder reisen noch bei Freunden oder Verwandten unterkommen. Die Bevölkerung solle sie nicht bei sich aufnehmen oder irgendwohin fahren, hie0 es.

Am 25. August hatten Rohingya-Rebellen in Myanmars Bundesstaat Rakhine Polizei- und Militärposten angegriffen, worauf die Armee nach eigenen Angaben mit einer «Räumungsoperation» reagierte. Flüchtlinge erzählten, dass Soldaten und Selbstjustiz-Mobs ihre Dörfer niedergebrannt und wahllos Menschen erschossen hätten. Menschenrechtsorganisationen warfen Myanmar eine ethnische Säuberung vor. Die Rohingya sind staatenlos, seit ihnen das damalige Birma 1982 die Staatsbürgerschaft entzog.

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