Die Rennstrecke Intercity Istanbulpark. Es sind keine Zuschauer für das Große Rennen zugelassen.
Die Rennstrecke "Intercity Istanbul Park". Aufgrund der Corona-Pandemie sind keine Zuschauer für das Große Rennen zugelassen. Foto: gezginphoto / shutterstock.com

Es sollte ein Großereignis mitten in der Corona-Pandemie werden. Doch letztendlich war es dem Istanbuler Gouverneursamt zu riskant: Das Formel-1-Rennen in der Türkei soll deshalb nun ohne Zuschauer stattfinden.

Es war als Großereignis vorgesehen, doch die hohen Corona-Infektionszahlen haben einen Keil in die Pläne der Veranstalter getrieben. Der große Formel-1-WM-Lauf sollte auf der Rennstrecke Istanbul Park ausgetragen werden. Erwartet wurden bis zu 100.000 Fans – mitten in der Pandemie.

Auf der Tribüne der Rennstrecke können bis zu 220.000 Zuschauer Platz finden. Ursprünglich sollten damit also etwas weniger als die Hälfte der Kapazitäten unter Beachtung der Mindestabstände genutzt werden. Laut den Veranstaltern waren am ersten Tag bereits 40.000 Tickets vergriffen.

Doch das Istanbuler Gouverneursamt hat angesichts der Pandemie entschieden, die Veranstaltung nur unter strengen Auflagen stattfinden zu lassen. So sind, anders als vorgesehen, keine Zuschauer mehr erlaubt. Die Entscheidung sei in Übereinstimmung mit den Empfehlungen des zuständigen Pandemie-Komitees getroffen worden. Dadurch entgehen nicht nur den Veranstaltern hohe Eintrittseinnahmen, es war auch mit bis zu 20.000 ausländischen Zuschauern und rund 50 Millionen US-Dollar an Devisen gerechnet worden.

Weiterhin hohe Corona-Zahlen in der Türkei

Aus der Türkei werden derzeit täglich knapp 1500 neue Corona-Fälle gemeldet. Aktuell sind nach Angaben des türkischen Gesundheitsministeriums 329.138 Menschen im Land infiziert (Stand 7. Oktober 2020).

Zusammenfassung der aktuellen Corona-Situation in der Türkei. 7. 10.2020.
Zusammenfassung der aktuellen Corona-Situation in der Türkei (Stand: 07. Oktober 2020).
Quelle: https://covid19.saglik.gov.tr/?_Dil=2 / Türkisches Gesundheitsministerium

30.000 Zuschauer in Sotschi

In jüngster Zeit waren in der Motorsport-Königsklasse wieder regulierte Zuschauerzahlen zugelassen worden, beispielsweise für das Rennen am 13. September auf der Rennstrecke „Mugello“. Dem Rennen in Italien durften 3000 Zuschauer beiwohnen, im russischen Sotschi waren es sogar 30.000 pro Tag. Beim Rennen am Nürburgring können kommenden Sonntag 20.000 Formel-1-Fans dabei sein.

Privates Unternehmen nimmt Kosten auf sich

Das Türkei-Rennen ist für den 15. November geplant. Auf der Rennstrecke „Intercity Istanbul Park“ war zuletzt 2011 ein Grand Prix veranstaltet worden. Der Vertrag war in jenem Jahr ausgelaufen und nicht verlängert worden, nachdem sich die türkischen Verantwortlichen und der Vorstand der Formel 1 aufgrund finanzieller Differenzen nicht einigen konnten.

In diesem Jahr hat aber ein türkisches Unternehmen alle Kosten auf sich genommen und somit den Weg für eine weitere Veranstaltung frei gemacht. Dieser Vertrag ist vorerst nur für 2020 gültig. Ob es also im kommenden Jahr zu einem weiteren Rennen kommt, ist derzeit völlig offen.