Archivfoto: Der deutsche Sebastian Vettel vom Team Scuderia Ferrari (mittlerweile Aston Martin) absolviert im Rahmen des Grand Prix der Türkei ein freies Training. Foto: Tolga Bozoğlu/POOL EPA/AP/dpa

Die Austragung des Formel-1-Rennens im kanadischen Montreal ist wegen der Corona-Pandemie das zweite Jahr in Folge in Gefahr.

Laut eines Berichts des Fachportals „Autoweek“ könnte der für den 13. Juni geplante Grand Prix aufgrund der Einreiseregelungen des Landes sowie finanzieller Schwierigkeiten der Veranstalter erneut nicht stattfinden. Spekuliert wird über eine Verlegung nach Istanbul. Noch in dieser Woche soll es demnach eine Entscheidung geben. Eine Bestätigung für diese Pläne gibt es bislang nicht.

Da in Montreal keine Fans erlaubt sein werden, ist die Finanzierung des Events schwieriger als in der Vergangenheit. Zudem ist derzeit bei der Einreise noch eine 14-tägige Quarantäne nötig. Diese ist für den rund 2000 Personen umfassenden Formel-1-Tross aber nicht umsetzbar, da eine Woche zuvor in Baku/Aserbaidschan gefahren wird. Selbst eine Verkürzung der Quarantäne auf sieben Tage, wie für andere Profisportler in Kanada, würde nichts bringen.

Steigende Zahlen auch in der Türkei

Aufgrund der Pandemie hatte es bereits 2020 kein Rennen in Montreal gegeben, der Vertrag mit der Formel 1 läuft noch bis 2029. „Wichtig ist, dass das Rennen in Montreal bleibt“, sagte Bürgermeisterin Valérie Plante der Zeitung „La Presse“: „Wenn es dieses Jahr nicht klappt, muss es nächstes Jahr klappen, weil uns das wichtig ist.“ Eine Durchführung 2021 sei schwer vermittelbar, da auch Steuergelder verwendet werden, die an anderer Stelle dringender gebraucht werden.

Wie realistisch stattdessen ein Rennen in der Türkei ist, bleibt offen. Ab Mittwoch verschärft die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan angesichts rasant zunehmender Corona-Neuansteckungen die Beschränkungen zum Infektionsschutz. Das Gesundheitsministerium meldete erst am Dienstag 59.187 Neuinfektionen, den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie. Vor allem Istanbul ist mit rund 800 Fällen pro 100.000 Einwohner sehr stark betroffen. Die Strecke am Bosporus war bereits im November 2020 in der Corona-Krise eingesprungen.

dpa/dtj