Gabriel vermutet Missbrauch von Interpol durch die Türkei

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel fordert eine Debatte in der EU über möglichen Missbrauch der Polizei-Organisation Interpol durch die Türkei. Dies meldete der Westdeutsche Rundfunk am Freitag unter Berufung auf einen Brief, den Gabriel gemeinsam mit seiner schwedischen Kollegin Margot Wallström an die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini geschickt habe.

«Wir sind besorgt über den bloßen Verdacht, dass eine zuverlässige und angesehene internationale Organisation wie Interpol für politisch motivierte Haftbefehle von Seiten der türkischen Regierung missbraucht wird», zitiert der Sender aus dem Schreiben.

Dabei geht es um die Festnahme des Kölner Autoren Doğan Akhanlı und des schwedisch-türkischen Schriftstellers Hamza Yalçın im August in Spanien. Grundlage war ein Interpol-Fahndungsaufruf der türkischen Regierung.

«Wir befürchten, dass Herr Akhanlı und Herr Yalçın von der türkischen Regierung aus politischen Gründen gesucht werden könnten», heißt es laut WDR in dem Schreiben. Mogherini solle eine Diskussion über den Fall unter EU-Mitgliedstaaten anstoßen. Schließlich sei die EU insgesamt davon betroffen.

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dpa