2019 nahmen knapp zwei Millionen Menschen an der Pilgerfahrt in Mekka teil. Foto: Sony Herdiana/ shutterstock.com

Wegen der Corona-Pandemie begrenzt Saudi-Arabien die Zahl der Pilger bei der muslimischen Wallfahrt Hadsch in diesem Jahr drastisch auf wenige Tausend. „Es könnten Tausend sein oder weniger oder etwas mehr“, sagte der saudische Hadsch-Minister Mohammed Salih Bintin am Dienstag in einer virtuellen Pressekonferenz. „Wir erwarten nicht Zehntausende und wir erwarten nicht Hunderttausende.“ Die Zahl werde von den Anforderungen des Gesundheitsschutzes abhängen.

Im vergangenen Jahr hatten sich mehr als zwei Millionen Muslime an der Wallfahrt in der für Muslime heiligen Stadt Mekka beteiligt. Die meisten von ihnen kamen aus dem Ausland.

Die Hadsch ist für gläubige Muslime eine von fünf religiösen Grundpflichten. In diesem Jahr beginnt die Wallfahrt Ende Juli. Sie ist für das ölreiche Königreich auch eine wichtige Einnahmequelle.

Nur Pilger unter 65 Jahren zugelassen

Bereits am Montagabend hatte die saudische Regierung mitgeteilt, dass an der diesjährigen Wallfahrt nur Gläubige teilnehmen dürften, die sich bereits im Land befänden. Gesundheitsminister Taufik al-Rabia sagte am Dienstag, zugelassen seien ausschließlich Pilger unter 65 Jahren. Sie würden vorab getestet, um sicherzustellen, dass sie nicht infiziert seien. Nach der Hadsch müssten sie in Quarantäne.

Saudi-Arabien hat bisher mehr als 160 000 Infektionen mit dem Coronavirus und mehr als 1300 Tote gemeldet. Es ist damit das arabische Land mit den meisten Fällen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen war zuletzt noch einmal deutlich angestiegen und kletterte in der vergangenen Woche auf fast 5000. Trotzdem lockerte die Regierung zuletzt die Ausgangsbeschränkungen.

Wer dieses Jahr über die türkische Religionsbehörde Diyanet an der Hadsch teilnehmen wollte und einen Platz zugewiesen bekam, soll ihn nach Angaben des Präsidenten Ali Erbaş nicht verlieren und ihn im kommenden Jahr bzw. bei der kommenden Wallfahrt in Anspruch nehmen können.

dpa/dtj