Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, hat Kritik der AfD an Mekka-Pilgerfahrten von deutschen Muslimen als „absurd“ zurückgewiesen. Sie selber sei bisher noch nicht auf Pilgerfahrt gewesen, sagte die türkischstämmige SPD-Politikerin dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. „Das bedauere ich sehr. Ich möchte gern mal nach Mekka reisen.“

Der AfD-Politiker Alexander Gauland hatte die Pilgerfahrt des Fußball-Nationalspielers Mesut Özil als „gewöhnungsbedürftig“ kritisiert und hinzugefügt: „Bei Beamten, Lehrern, Politikern und Entscheidungsträgern würde ich sehr wohl die Frage stellen: Ist jemand, der nach Mekka geht, in einer deutschen Demokratie richtig aufgehoben?“

Darauf entgegnete Özoguz: „Wenn jemand gläubig ist, ist er dadurch nicht undeutsch oder illoyal gegenüber seinem Land.“ Mit Blick auf christliche Pilgerfahrten fügte sie hinzu: „Wenn jemand auf dem Jakobsweg wandert, würde Herr Gauland ja auch nicht auf die Idee kommen, dass das ein Problem ist.“

Vor vier Wochen ging ein Foto von Fußballnationalspieler Mesut Özil in sozialen Netzwerken viral, das diesen bei einer Pilgerfahrt nach Mekka zeigt, wohin er vor Beginn der EM im Rahmen der kleinen Pilgerfahrt Umra gereist war. Der Post stieß auf große, überwiegend positive Resonanz, wurde jedoch aus Reihen der AfD erwartungsgemäß kritisiert. Die sächsische Landtagsabgeordnete Andrea Kersten nannte es ein „antipatriotisches Signal“, mit dem „eine Ideologie hofiert“ werde, in der es „keine Gleichberechtigung von Mann und Frau gibt, in der Homosexuelle mit dem Tod bedroht werden und in der Ehrenmorde zum guten Ton gehören“.  (dpa/ dtj)