Erdoğan und Macron werden vor Beginn des Nato-Gipfels zusammenkommen. Foto: Oliver Weiken/dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan kurz vor dem Nato-Gipfel treffen. Es stehen schwierige Gespräche an.

„Wir haben tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten„, sagte Macron am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Paris. Es ginge nun auch darum, über „einseitige Operationen“ zu sprechen, die den Interessen des gemeinsamen Bündnisses zuwiderliefen. Es solle bei dem Gesprächen nun um diverse Themen gehen – wie etwa Syrien, Libyen oder den Konflikt um Bergkarabach.

„Man muss miteinander reden“

Er sei auf bilateraler Ebene immer deutlich gewesen, beispielsweise zum Thema inhaftierte Journalisten. „Man muss miteinander reden“, sagte Macron. Erdoğan und Macron hatten in der Vergangenheit immer wieder rhetorisch schweres Geschütz aufgefahren und sich öffentlich angegriffen. Der Nato-Gipfel findet am kommenden Montag in Brüssel statt.

Macron gehört in der EU zu den härtesten Kritikern seines türkischen Amtskollegen. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. Frankreich und die Türkei sind zuletzt bei mehreren Themen aneinandergeraten – etwa bei Fragen über Meinungsfreiheit und Islamfeindlichkeit, bei den Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer, beim Konflikt um Bergkarabach oder beim Vorgehen im Bürgerkriegsland Libyen.

dpa/dtj