ARCHIV - 28.12.2017, Türkei, Ankara: Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu spricht während eines dpa-Interviews. Foto: Ahmed Deeb/dpa

Die türkische Regierung hat mit einer Fortsetzung ihrer Offensive gegen die YPG in Nordsyrien gedroht, sollte deren Abzug aus Grenzgebieten nicht bis Dienstagabend abgeschlossen sein. Die Türkei hatte knapp zwei Wochen nach Beginn eines international massiv kritisierten Militäreinsatzes gegen die YPG am 22. Oktober mit Russland als Schutzmacht der syrischen Regierung ein Waffenruheabkommen abgeschlossen. Das sollte der YPG 150 Stunden Zeit zum Abzug geben.

Die Frist läuft an diesem Dienstag um 18.00 Uhr Ortszeit (16.00 Uhr MEZ) aus. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte am Montag: Sollte sich am Ende der 150 Stunden die YPG nicht aus dem Grenzstreifen von 444 Kilometern Länge und 30 Kilometern Breite zurückziehen, also vom Fluss Euphrat bis zur irakischen Grenze, dann werde die Türkei das Gebiet dort von «Terroristen säubern».

Die Türkei betrachtet die YPG, die an der türkisch-syrischen Grenze lange Gebiete kontrolliert hat, als Ableger der Terrororganisation PKK. Ziel ihrer Offensive war der Rückzug aller Kurdenmilizen aus dem Grenzstreifen. Sobald der mit Moskau vereinbarte Abzug abgeschlossen ist, wollen Russland und die Türkei gemeinsame Patrouillen in Teilen des Grenzstreifens aufnehmen.

YPG hatte lange mit der USA gekämpft

Ein weiteres Abkommen hatte die Türkei mit den USA geschlossen, die lange mit der YPG gegen die Terrormiliz IS zusammengearbeitet hatten. Es galt für einen Teil des Grenzareals zwischen den syrischen Städten Tall Abjad und Ras al-Ain. Die USA hatten zum Ende der Abzugsfrist unter Berufung auf Kurdenquellen gesagt, alle Kämpfer hätten das Gebiet verlassen. Trotzdem gibt es Berichten zufolge dort weiter Gefechte. Çavuşoğlu sagte, «einzelne» Kämpfer seien immer noch dort. Die Türkei werde «die Terroristen, die noch dort sind oder die, die noch nicht abgezogen sind, ebenfalls neutralisieren».

 

dpa/dtj