Laut den Auftraggebern soll die "Büyük Eyüp Sultan Külliyesi" nach der Fertigstellung die größte Moschee in Europa werden. Foto: Facebook

In Frankreich ist ein Streit über die Finanzierung einer geplanten Moschee im Elsass entbrannt. Innenminister Gérald Darmanin erhob Vorwürfe gegen das Straßburger Rathaus.

Das Rathaus finanziere eine Moschee, die von einem Verein vertreten werde, der den politischen Islam verteidige, schrieb Darmanin auf Twitter. Der Straßburger Stadtrat hatte zuvor einer Bauförderung von mehr als 2,5 Millionen Euro für eine Moschee des Trägers Millî Görüş zugestimmt, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete. Darmanin bat die örtliche Präfektur, den Beschluss über die Subvention an einen Verwaltungsrichter zu verweisen.

Kern des Streits ist die sogenannte Charta der Prinzipien des Islams in Frankreich. Diese stellt sich gegen eine politische Instrumentalisierung des Islams und betont die Vereinbarkeit der Religion mit den Prinzipien Frankreichs, etwa die Trennung von Kirche und Staat. Darmanin kritisierte, Millî Görüş habe das Dokument nicht unterzeichnet. Wie AFP berichtete, schlug die Straßburger Bürgermeisterin Jeanne Barseghian vor, die Unterzeichnung der Charta zu einer Bedingung zu machen, damit das Geld tatsächlich fließt. Bevor dies geschehe, stehe noch eine weitere Abstimmung aus.

dpa/dtj