Archivbild: Trainer Şenol Güneş gibt Anweisungen während des Spiels gegen Deutschland im Oktober 2020 (3:3). Foto: Federico Gambarini/dpa

Nach der verpassten WM steht für die türkische Nationalmannschaft wieder eine Endrunde an. Was ist ihr letzter Stand? Ein kurzer Überblick.

Mit Kampf und Leidenschaft gelang der Türkei als Zweiter der Gruppe H hinter Frankreich die Qualifikation für ihre fünfte EM. Sogar einen 2:0-Sieg gegen den Weltmeister feierte die Auswahl von Coach Şenol Güneş in der Gruppe. Stärkster Mannschaftsteil der türkischen Elf ist die Defensive um den Ex-Freiburger Çağlar Söyüncü – nur drei Gegentore kassierten die Mannschaft dank ihrer aggressiven Verteidigung in den zehn EM-Qualifikationsspielen.

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Der Trainer: Seit 2019 trainiert der 68 Jahre alte Şenol Güneş die Türkei. Es ist bereits seine zweite Amtszeit als Nationaltrainer, während der ersten von 2000 bis 2004 wurde er mit der Türkei unter anderem WM-Dritter 2002. Vor seinem zweiten Engagement trainierte er vier Jahre lang den türkischen Spitzenclub Beşiktaş und führte ihn unter anderem zweimal zur türkischen Meisterschaft.

Viele Stars und Talente

Die Stars: Der wertvollste Profi im türkischen EM-Kader ist der frühere Freiburger Söyüncü, der 2018 für rund 20 Millionen Euro zu Leicester City gewechselt war. International bekannt ist der frühere Leverkusener Hakan Çalhanoğlu, der mittlerweile bei der AC Mailand spielt. Der Ex-Schalker Ozan Kabak spielte zuletzt leihweise für den FC Liverpool und damit einem europäischen Spitzenclub, wird sich im Sommer aber höchstwahrscheinlich einem neuen Klub anschließen. Potenzial sehen viele im 23 Jahre alten, derzeit aber etwas formlosen Youngster Cengiz Ünder, ebenfalls von Leicester City. Für Aufsehen sorgen derzeit zudem die drei Nationalspieler in Lille, die heute die französische Meisterschaft gewinnen könnten.

Schon gewusst? Söyüncü, Kabak und Çalhanoğlu spielten alle bereits in Deutschland. Und auch sonst steckt in der türkischen Nationalelf viel Bundesliga-Erfahrung. Çalhanoğlu wurde sogar in Deutschland geboren, gleiches gilt für den Düsseldorfer Zweitliga-Profi Kenan Karaman sowie den Ex-Fortuna-Verteidiger Kaan Ayhan.

Vergangene Woche berief Güneş den 30-köpfigen Vorbereitungskader für die EM, bei der die Türken auf Italien (im Eröffnungsspiel am 11. Juni), Wales und die Schweiz treffen. Das finale 26-Mann-Aufgebot muss am 1. Juni feststehen.

dpa/dtj